Bischof Dom Erwin Kräutler äußerte sich kürzlich bei einem Kongress des Hilfswerks „Misereor“ kritisch über die Situation der Indios in Amazonien
Ausgabe: 2008/05, Misereor, 50-Jahr-Jubiläum, Bischof Dom Erwin Kräutler, Indios, Amazonien, Kongress, Hilfswerk, Notleidende, Hilfe zur Selbsthilfe, Erzbischof, Arme, Fastenaktion
30.01.2008
„Mit Zorn und Zärtlichkeit an der Seite der Armen“: Mit diesem Leitsatz feiert das deutsche „Bischöfliche Hilfswerk Misereor“ 2008 sein 50-jähriges Bestehen. „Misereor“ verstehe die Notleidenden in den Ländern des Südens als Partner, die es nach dem Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützt. In 50 Jahren förderte das Hilfswerk fast 95.000 Projekte in 139 Ländern. 2006 stellte die Aachener Zentrale für rund 1400 Projekte weltweit 147 Millionen Euro zur Verfügung. Der Hamburger Erzbischof und „Misereor“-Bischof Werner Thissen warnte in einem KNA-Interview, mit dem so genannten Kampf gegen Terrorismus hätten sicherheitspolitische Überlegungen den Vorrang vor entwicklungspolitischen Schwerpunkten gewonnen. Dabei friste nach wie vor jeder sechste Mensch auf der Welt sein Überleben mit weniger als einem Dollar am Tag. In dieser Armut liege eine viel zentralere Sicherheitsfrage, so der Erzbischof. Der austro-brasilianische Bischof Dom Erwin Kräutler forderte bei einem entwicklungspolitischen Fachkongress des Hilfswerks „Misereor“ zum Auftakt des Jubiläumsjahres mehr Einsatz für die Rechte der Indios in Amazonien. Als Skandal bezeichnete Kräutler die Gesundheitsversorgung der Indios. Das „Misereor“-Jubiläumsjahr hat am 25. Jänner mit einem entwicklungspolitischen Kongress in Bonn begonnen. Am 10. Februar startet die „Misereor“-Fastenaktion.