Sie sorgten für Aufregung und stellten den klassischen Kunstbetriebe in Frage: die Aktions-Künstler, die Ende der 1950er Jahre nicht nur die Kunstszene in Österreich erschütterten. Eine Ausstellung widmet sich nun ausgewählten „Störenfrieden“.
Nicht das klassische Tafelbild, das es zu betrachten gilt, stand bei den Wiener Aktionisten Günter Brus, Hermann Nitsch, Rudolf Schwarzkogler im Vordergrund, sondern die Aktion, der Prozess, das Geschehen – oftmals in Verbindung mit dem Publikum. Die Aktionen waren als Absage an den Kunstbetrieb gedacht: Der Zuschauer sollte kein Ding, kein Bild nach Hause nehmen. Das bedeutete den Bruch mit dem Idol „Kunstware“. Das hier gezeigte Bild stammt aus dem Jahr 1965. Der Künstler Günter Brus ging bei seiner 6. Aktion völlig weiß bemalt, mit einem schwarzen Pinselstrich über Gesicht und Körper, wie gespalten, als lebendes Bild durch die Wiener Innenstadt spazieren. Die Polizei schritt ein und verhängte eine Geldstrafe. Die oftmals irritierenden und verstörenden Aktionen wurden mittels Fotografie und Film dokumentiert und sind somit der Nachwelt überliefert.
Kunst aus Österreich. Die Wiener Aktionisten sind Teil der Ausstellung „Störenfriede“, die am 1. Februar im Kunstmuseum Lentos eröffnet wird. Die Ausstellung wirft einen Blick auf die österreichische Kunstgeschichte von 1900 bis 1968. Zu sehen sind Arbeiten von Makart, Klimt, Schiele, Kokoschka, Funke, Kolig, Hausner, Lassnig, Rainer und Nitsch. Das „Anstößige“ der neuen Stilrichtungen wird anhand von zeit-genössischen Reaktionen gezeigt.
Gratis-Führung durch Ausstellung
In Kooperation mit dem Kunstmuseum Lentos bietet die KirchenZeitung folgendes Angebot an: Dr. Elisabeth Nowak-Thaller, stellvertretende Direktorin des Lentos, führt die KIZ-Leser/innen am Mittwoch, 13. Februar, um 16.30 Uhr exklusiv durch die Ausstellung „Störenfriede“. - Anmeldungen (max. 30 Personen) bitte ab sofort (Name und Telefonnummer bekanntgeben) unter folgender Nummer: Tel. 0732/76 10-39 44, Kennwort: Lentos.Preis: Euro 4,50 Euro (ermäßigter Eintritt), Führungskosten übernimmt das Lentos.