Morgenstern hat es wieder bewiesen – bei seinen Sprüngen in Sapporo. „Volles Risiko ist er gegangen“, meinte der Kommentator – aber anders wäre heute nichts mehr zu gewinnen. Von den Sportlern erwartet man sie – die Risikobereitschaft. Wer nicht ans Äußerste geht, verliert – auch die Achtung.
Für sich selbst allerdings wähnen sich die Leute doch eher auf der sicheren Seite. Im Verhältnis der Christen und Muslime in Österreich zum Beispiel. Sie ist längst zu einer europäischen Frage geworden. Lieber sich auf nichts einlassen, lautet die Strategie, schon gar nicht auf Experimente. Dabei wäre ein offener Dialog der fruchtbarere Weg als eine beständige Politik des Abschottens. Wo Wege eines Miteinanders nie versucht werden, wird das Nebeneinander einzementiert. Die Angst vor dem einen oder auch anderen Minarett in Österreich scheint bei weitem größer als die Angst vor den Tempeln des Geldes, die unsere Stadtbilder längst mehr als die Kirchen prägen. Dabei könnten Religionen gemeinsam an der Vision arbeiten, dass es für alle Menschen eine erfüllendere Pespektive bedeutet, an Gott statt an das Geld zu glauben. Man müsste es – mit dem Mut zum Risiko – versuchen.