Der Ruf nach dem Staat wurde in den vergangenen Wochen deutlich lauter. Die wachsenden Defizite bei den Krankenkassen, die überdurchschnittlich ansteigenden Preise bei Gütern des täglichen Bedarfs (Essen, Wohnen, Energie), die längst fälligen Maßnahmen zur Armutsbekämpfung (Mindestsicherung) oder die Maßnahmen zur besseren Integration von Migrant/innen und deren Kindern – in all diesen Bereichen ist der (Sozial-)Staat gefordert. Und das kostet Geld – auch wenn im Idealfall die vom Rechnungshof aufgezeigten Einsparmöglichkeiten umgesetzt werden. Deshalb muss die im Sozialwort der Kirchen geforderte Diskussion über einen fairen Beitrag aller zum Gemeinwohl endlich geführt werden. Sonst geht die Kluft zwischen den ärmeren Bevölkerungsschichten und den reichen Eliten noch weiter auf.
Hans Baumgartner
Stopp dem grausamen Ritual
In 35 Ländern der Welt wird sie praktiziert, 150 Millionen Frauen sind davon betroffen – in Österreich aufgrund von Migration jedes dritte Mädchen aus einer afrikanischen Familie: Die Rede ist von weiblicher Genitalverstümmelung. Jährlich ruft am 6. Februar ein „Internationaler Tag“ zum Kampf gegen diese grausame Praxis auf, an der viele Frauen sterben bzw. ihr ganzes Leben lang zu leiden haben. Damit dieses vor allem in Afrika praktizierte Ritual kein Tabuthema bleibt, muss es besonders in den betroffenen Ländern an die Öffentlichkeit gebracht werden. Einrichtun-gen und Programme, die zur Bewusstseinsbildung und zum Verbot dieser Praxis beitragen, sind öffentlich zu unterstützen.