Ausgabe: 2008/06, Cat Power, Jukebox, Rauscher, CD, Tipp
06.02.2008
- K. Rauscher
Acht Jahre ist es mittlerweile her, dass Chan Marshall aka Cat Power ihr erstes Album mit Coverversionen aufgenommen hat. Damals spielte sie Songs von Bob Dylan, Nina Simone oder auch „(I Can’t Get No) Satisfaction“ der Rolling Stones ein. Cat Powers Versionen waren zur Unkenntlichkeit verzerrt und nur noch auf Songskelette minimiert, die der Selbstzerstörung nahe kamen und zutiefst erschütterten. Jetzt wagte Chan Marshall mit „Jukebox“ einen weiteren Versuch, ein Album voll Coverversionen zu veröffentlichen. Es ist deutlich zu spüren, mit welcher Selbstsicherheit die Sängerin hier zu Werke geht und sich an große Stücke wie Sinatras „New York“ oder Joni Mitchells „Blue“ heranwagt. Einmal mehr werden die Songs in neue Gewänder gehüllt, sodass es Chan Marshall gelingt, sich die Songs zur Gänze anzueignen. In den zum Großteil druckvollen und bluesigen Interpretationen kommt Cat Powers neu gewonnenes Selbstvertrauen voll zum Tragen. Selbst die beiden Eigenkompositionen „Metal Heart“ und „Song To Bobby“ können ohne Weiteres neben den anderen Songmonumenten bestehen. Und wenn dann Bob Dylans „I Believe In You“ durchaus rockig wie rotzig gesungen wird, ist klar, dass die Frau so leicht nichts mehr umhauen kann. Von den fünf Songs, die schließlich die Bonus-Disc noch zu bieten hat, schimmert vor allem Moby Grapes „Naked, If I Want To“, das in der Interpretation an ihr grandioses Meisterwerk „The Greatest“ erinnert, wie ein kleiner Diamant.