Für Gartenarbeit ist es noch zu früh, doch säen und ernten kann man auch drinnen
Ausgabe: 2008/07, Keimlinge, Radieschen, Frühling, Samen
13.02.2008
Radieschen-Samen nach einer Nacht im Wasser (links), einen Tag später (Mitte), nach einem weiteren Tag mit Mungobohnen-Sprossen fertig für das Frühstücksbrot (rechts). Nach mehreren Tagen schmecken Radieschen-Sprossen richtig radieschenmäßig scharf. Foto: KIZ/Judith Moser-Hofstadler.
Kein Schnee, viel Sonne – der Appetit auf frisches Grün steigt. Wer es nicht mehr erwarten kann, selbst zu ernten, kann das mit Keimlingen und Sprossen rasch tun.
Selbst gezogene Keimlinge haben eigentlich nur Vorteile: Sie liefern viele Vitamine, sind billig und machen kaum Arbeit. Auch Kindern macht es Freude, die Keime beim Wachsen zu beobachten. Nach wenigen Tagen sind die meisten Keimlinge reif für die Ernte.
Fast alles wächst. Man bekommt geeignete Samen in jedem Drogeriemarkt. Die gängigsten Sorten sind: Mungobohnen (auch grüne Sojabohnen genannt), Radieschensamen, Kresse, Alfalfa (oder Luzerne), Erbsen, Hafer, Gerste, Weizen, Dinkel, Buchweizen, Senfsamen, Sojabohne, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne … Biologische Samen sind besser geeignet, weil sie keine Pestizide enthalten und sicherer keimen. Tomaten und Kartoffeln dürfen nicht verwendet werden, weil die Pflanzen Solanin enthalten, das für Menschen giftig ist.
Und so geht’s: - Samen ein paar Stunden (über Nacht) ineinem Glas quellen lassen. - Einweichwasser abgießen, Samen durchspülen. Die Samen können auf einem Kunststoff-Sieb weiterkeimen oder in einem Glas, das mit einem Stück Kunstfasergaze oder Plastikfliegengitter und Gummiring verschlossen ist. Das Glas leicht geneigt auf den Kopf stellen, damit das Wasser abfließen kann. Die Samen müssen Luft bekommen. Nicht in die Sonne stellen. - Je nach Sorte zwei bis sechs Tage wachsen lassen, mindestens zweimal täglich durchspülen. - Ernten!
Verwendung. Keimlinge können unterschiedlich und vielseitig verwendet werden. Sie passen je nach Geschmack auf das Butterbrot, in Salate, in das Müsli oder auf Suppen und Aufläufe gestreut. Wer meint, seine Kinder mögen kein Gemüse, sollte es mit Keimlingen versuchen. Manche vergessen angesichts der Mini-Pflanzen sogar darauf, dass es noch andere Dinge zum Naschen gäbe.