„Leichter leben“ lautet das Motto dieser Tage. Die Fastenzeit wurde entdeckt, um Produkte, die „leichter leben“ lassen, an den Mann und die Frau zu bringen. Das „Übergewicht“ scheint, liest man die Ratgeberseiten mancher Zeitschriften, das Hauptproblem der Menschheit zu sein.
Und ist es auch. Nicht allerdings das Übergewicht, das man am Leib mit sich schleppt und dessen man sich mit raffinierten Fastenmethoden zu entledigen versucht. Viel mehr ist es die Rangordnung der Gewichtigkeiten, die Menschen einerseits aufgedrängt werden, denen sie sich aber auch aus Freiem heraus unterwerfen. Obwohl jeder Mensch weiß, dass Geld nicht glücklich macht, hat doch die Sorge darum einen sehr hohen Stellenwert. Die Erfordernisse des Berufes stellen die Bedürfnisse der Familien, ja das Gelingen von Beziehungen insgesamt, in den Schatten. Nur beruflich verwert- und vermarktbare Bildungsinhalte zählen, was die Seele aufbaut, tritt zurück. Konkurrenzfähig zu bleiben ist das schlagende Argument geworden. Unter ihrem Übergewicht wird die Beziehungsfähigkeit erdrückt. Der Nutzen steht vor dem Sinn. Fastenzeit ist die Chance auf Umkehr.