Sanfte Lichtführung, kreisrunde Formen, helle Farben geben dem Raum eine spirituelle Dimension, die zur Stille einlädt. Altartisch, Sedes, Ambo, Tabernakel und Aufbewahrungsort für die Öle wurden neu gestaltet. Foto: Gespag
Den Kranken in die Mitte stellen – das war eine der Vorgaben des ökumenischen Seelsorgeteams für die Neugestaltung der Kapelle in der Landesnervenklinik Wagner Jauregg. Im zweiten Anlauf glückte mit der Schweizer Künstlerin Brigitta Malche die künstlerische Umsetzung.
Zuerst fällt der Blick auf den kreisrunden Wandelaltar im Altarraum, der je nach Gebrauch geschlossen oder geöffnet werden kann. Im geschlossenen Zustand erinnert er an eine Hostie. Hinter den geschlossenen Türen verbirgt sich eine Marienstatue, die für diesen Kirchenraum zentral ist. „Eine besondere Herausforderung war für mich der künstlerische Umgang mit der Marienstatue, zumal die Kapelle der Gottesmutter geweiht ist. Da sie von Kranken um Hilfe angerufen wird, schien mir ihre Stellung im Chor verpflichtend“, beschreibt Brigitta Malche ihre Herangehensweise.
Zarte Eingriffe. Die vorhandene Formensprache des Kirchenraums hat die Schweizer Künstlerin Brigitta Malche aufgegriffen und in ihrem künstlerischem Konzept weiter entwickelt. Helle Farben, Licht, edle Metalle, Holz und Stein bestimmen den Raum. Runde Formen ziehen sich durch die neobarocke Architektur. Der Verzicht auf dekorative Elemente macht den Blick des Betrachters frei von Nebensächlichkeiten, die ablenken könnten. Prof. DDr. Monika Leisch-Kiesl von der Kath.- Theol.-Privatuniversität begleitete gemeinsam mit dem ökumenischen Seelsorgeteam die Neugestaltung der Kapelle. Erst der 2. Wettbewerb brachte das gewünschte Ergebnis, mit dem die Veränderung gewagt wurde.
Die Kranken im Zentrum. „Die Umgestaltung eines Kirchenraums zählt zu den schwierigsten Vorhaben. Gewohntes wird verändert, das macht Angst. Aber den Menschen soll es nach einer Umgestaltung nicht nur genauso gut, sondern besser gehen“, beschreibt Leisch-Kiesl ihre Sichtweise. Mit dem künstlerischen Entwurf von Brigitta Malche ist dies gelungen: Der Raum hat ein eindeutiges Zentrum, das einladend, kraftvoll und beruhigend wirkt. Der neue kreisförmig angelegte Altarraum ermöglicht ein gemeinsames Feiern der Kranken, die nun rund um den Altar – und damit im Zentrum – stehen können. Die weiße Mystik des Raums beeindruckt.
Künstlerin Brigitta Malche machte zarte Eingriffe in der Kapelle. Es war dies ihre erste künstlerische Gestaltung im Kirchenraum. Foto: Kiz/Elle