Ausgabe: 2008/07, Kommentar, Entwicklung, Obama, Wahlen, Präsident, USA, US-Bürger, Uperclass, Oscar Andres Rodriguez Maradiaga, Armut, Lateinamerika, G8, Handelsbarrieren, Einwanderer, Entwicklungschancen
13.02.2008
Man traut ihm etwas zu
Obama-wer, bitte? fragten noch vor wenigen Monaten viele US-Bürger. Nun rückt der Jungstar von Wahl zu Wahl näher an Hillary Clinton heran. Selbst primitive islamistische Angstkampagnen der Republikaner gegen ihn ziehen nicht. Das Geheimnis von Obama ist, dass er erkannt hat, wie sehr sein Land zerrissen ist: zerrissen zwischen Arm und Reich, zerrissen zwischen unterprivilegierten Farbigen und der weißen Uperclass, zerrissen zwischen Liberalen und Fundamentalisten, zerrissen im Streit um einen sinnlosen Krieg. Obamas Botschaft ist einfach: Wir brauchen einen Wandel, wir müssen die Spaltung der Gesellschaft überwinden und Lebenschancen für alle ermöglichen. Wie das geht, sagt er (noch) nicht. Aber man traut ihm zu, etwas zu bewegen. Was man von unseren Politikern derzeit wohl kaum sagen kann.
Hans Baumgartner
Von Entwicklung keine Spur
„Sie können die höchsten Zäune der Welt bauen, aber sie werden niemals illegale Einwanderung stoppen, so lange wir keine Entwicklung in unseren Ländern haben“ sagte der honduranische Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga. Er meinte damit die USA und die G8-Staaten, die die Armut in Lateinamerika völlig außer Acht lassen. Wie wahr. Die USA sind weniger an der Entwicklung Lateinamerikas interessiert, als vielmehr an Handelsbarrieren für diese Länder. Im Gegenzug wollen die USA aber bitteschön den freien Warenverkehr. Und die illegalen Einwanderer sollen den USA gefälligst fern bleiben. Entwicklungschancen für benachteiligte Länder werden so im Keim erstickt.