Ausgabe: 2008/08, Brücken bauen, Kopf der Woche, Erbischof Robert Zollitsch, Freiburg, Vorsitzender, deutsche Bischöfe, Brückenbauer
20.02.2008
- Hans Baumgartner
Als Robert Zollitsch vor fünf Jahren Erzbischof von Freiburg wurde, kannten ihn viele seiner Diözesanen nicht. Vergangene Woche wählten ihn die deutschen Bischöfe zu ihrem Vorsitzenden.
Nicht der von den Medien favorisierte, eher markige neue Münchner Erzbischof Reinhard Marx, sondern der höflich-verbindliche Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch ist der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Seine Mitbrüder haben sich damit für Kontinuität entschieden. Denn daran ließ Zollitsch keinen Zweifel: Er und Lehmann stehen sich menschlich und theologisch so nahe, dass da nur schwer ein Unterschied zu finden sei. Was ihm auch prompt die ersten Anwürfe konservativer Hardliner einbrachte.
Tatkraft. Zollitsch wurde 1938 in Filipovo geboren und als Kind mit seiner Familie unter furchtbaren Erlebnissen aus Jugoslawien vertrieben. Wenn er heute oft von Hoffnung und Mut spricht, weiß er um die (Über-)Lebenskraft des Glaubens aus eigener Erfahrung. Den Großteil seines priesterlichen Lebens verbrachte Zollitsch als Direktor des Theologenkonvikts Borromäum und als Personalreferent des Bistums Freiburg. Viele waren daher erstaunt, wie rasch der „Bürokrat“ nach seiner Bischofsernennung 2003 einen herzlichen und offenen Zugang zu den Menschen fand und wie effizient er die zweitgrößte deutsche Diözese pastoral, organisatorisch und finanziell umbaute. Seinen Wahlspruch „In der Gemeinschaft des Glaubens“ lebte er vor: Entscheidende Weichenstellungen ließ er breit diskutieren; mit einem jährlichen Diözesantag fördert er den Zusammenhalt der Gläubigen; die Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche stellte er auf eine neue, vielbeachtete Basis. Mit einem neuen geistlichen Zentrum schuf er einen Ort der Gottessuche.
Erzbischof Robert Zollitsch: „Ich will vor allem ein Brückenbauer innerhalb der Kirche, zwischen den Kirchen und zwischen Kirche und Welt sein.