Die australischen Ureinwohner wurden lange Zeit unwürdig und ungerecht behandelt – jetzt hat sich Australien dafür entschuldigt
Ausgabe: 2008/08, Australien, Verzeihung, Ureinwohner, Kevin Rudd, Versöhnungskommission,
20.02.2008
In einer Rede vor dem australischen Parlament am 13. Februar hat Premierminister Kevin Rudd die Ureinwohner (Aborigines) seines Landes um Verzeihung gebeten für das Unrecht, das ihnen in zwei Jahrhunderten weißer Siedlerherrschaft angetan wurde. Unterstützt haben diese Geste die australischen Bischöfe, die sich für die Bildung einer Versöhnungskommission aussprachen. Der Präsident der australischen Bischofskonferenz, Erzbischof Philip Wilson, betonte auch, dass die Versöhnung nicht einfach sei. „Es handelt sich um ein großes Problem, mit dem nicht nur wir uns, sondern alle Teile der Bevölkerung auseinander setzen müssen. Um den Ureinwohnern zu helfen, genügt es nicht, ein-fach Entwicklungsprogramme zu entwerfen und ihnen diese aufzuzwingen. Vielmehr muss der Dialog gefördert werden, damit wir ihnen sagen können, was wir ihnen anbieten, und um-gekehrt: damit wir hören, welche Hilfe und Anliegen sie haben.“ Bis in die 70er Jahre waren Kinder von Aborigines gewaltsam ihren Familien weggenommen worden. Die Regierungsbehörden platzierten die Kinder in Heimen oder Pflegefamilien, um die Eingliederung der Aborigines-Nachkommen in die weiße Gesellschaft zu fördern. „Stolen Generation“ – die gestohlene Generation – nennt man mittlerweile diese Kinder.