Anfang nächster Woche findet in Salzburg die 7. Österreichische Armutskonferenz statt. Dabei wird der Blick besonders auf die von Armut Betroffenen gelenkt, die ihre Situation vielfach als beschämend und ausgrenzend erleben. Dazu trägt nicht nur die Stigmatisierung durch ihre Umwelt bei, sondern vielfach auch die Behandlung, die sie von jenen Ämtern und Einrichtungen erfahren, die ihnen eigentlich helfen sollten. Es ist kein Wunder, dass nur 40 Prozent der tatsächlich Berechtigen die Sozialhilfe in Anspruch nehmen, wenn sie dort wie unliebsame Bittsteller behandelt werden. Deshalb nützt es gar nichts, das Kind in „Mindestsicherung“ umzubenennen ohne die Vollzugspraxis grundlegend zu ändern. Dabei sind die betroffenen Menschen mit ihren Problemen, Beeinträchtigungen und Möglichkeiten in den Mittelpunkt zu stellen.
Hans Baumgartner
Afghanistan und die Pressefreiheit
Ein junger afghanischer Journalist ist in seiner Heimat zum Tode verurteilt worden. Nicht etwa wegen eines grausamen Verbrechens – was nicht heißen soll, dass das die Todesstrafe rechtfertigen würde. Nein, man beschuldigt den 23-Jährigen der Blasphemie, weil er einen Artikel aus dem Internet veröffentlichte, in dem es um die Rolle der Frau in der muslimischen Gesellschaft geht. Er habe damit den Islam beleidigt, heißt es. Auf Proteste internationaler Menschenrechtsorganisationen, das Todesurteil aufzuheben, hat der afghanische Präsident Hamid Karzai noch nicht reagiert. Die Pressefreiheit wird hier einmal mehr heftig mit Füßen getreten.