Am 11. Februar stürmten 480 Polizisten und 250 Mann einer Spezialeinheit das Armenviertel „Madre Herlinda Moises“ (benannt nach der Salzburger Entwicklungshelferin Sr. Maria Herlinde Moises) im Stadtteil Pasacaballos der kolumbianischen Metropole Cartagena. Mehr als 1000 Einwohner des Viertels, Flüchtlinge aus dem Landesinneren, wurden nach einem umstrittenen Gerichtsurteil gewaltsam vertrieben. Als die Polizei begann, mit Bulldozern die Häuser zu zerstören, kam es zu schweren Auseinandersetzungen. Mehrere Kinder wurden durch den Einsatz von Tränengas mit Atembeschwerden ins Krankenhaus der Sozial-Christlichen-Stiftung FUNSCRI eingeliefert. Das Krankenhaus, vor über 40 Jahren von der 2006 verstorbenen Sr. Maria Herlinde Moises gegründet, wird seither von SEI SO FREI, der entwicklungspolitischen Aktion der Katholischen Männerbewegung, unterstützt. Unter der Leitung ihrer leiblichen Schwester Margaretha Moises werden die Vertriebenen nun in FUNSCRI versorgt. „Es ist eine Tragödie. Zuerst flüchten die Familien vor der Guerilla und den Paramilitärs. Dann wird ihnen im Wahlkampf versprochen, dass sie sich auf einem ungenützten Stück Land ansiedeln können. Ein Jahr später, nachdem sie ihre Hütten gerade fertig gebaut haben, werden sie von der Staatsgewalt vertrieben und stehen erneut vor dem Nichts“, so Sr. Moises.