Alle paar Wochen wird ein neues Wunder-Putzmittel angepriesen, das scheinbar alles ohne Anstrengung sauber macht. Dabei wäre alles so einfach und billig, meint die „Umweltberatung“.
„Ich putze nicht gern, aber ich freue mich, wenn nachher alles sauber ist“, sagt eine Bekannte. So geht es wahrscheinlich den meisten Putzern und Putzerinnen. Es gibt aber auch Menschen, die putzen entspannendfinden. Vielleicht liegt das daran, dass dabei sofort ein Erfolg sichtbar ist. Dass zu vielHygiene auch wieder nicht gesund ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen.
In der Küche. Klarspüler, Duftspüler, Maschinenpflege- und Spezialreiniger mit Entkrusterpads, Glaskeramikreiniger (Ceran), Metallputzmittel, Spezial- oder Fettlöser, Backofen- und Grillreiniger: Alles unnötig, meint die Umweltberatung. Was für die Reinigung der Küche sinnvoll ist, sind: Geschirrspülmittel für die Hand- und Maschinenwäsche, Regeneriersalz und Entkalker. Beim Maschinengeschirrspülmittel ist es besser, Pulver zu verwenden. Tabs sind nicht nach Verschmutzung, Geschirrmenge und Wasserhärte dosierbar, außerdem waschen sie nach den Tests der Umweltberatung nicht so gut wie Pulver. Je nach Wasserhärte verbraucht der Geschirrspüler mehr oder weniger Regeneriersalz. Die richtige Einstellung des Geräts ist deshalb wichtig. Den Wert der Wasserhärte weiß die Gemeinde oder das Wasserwerk.
Unangenehme Gerüche. Für die Oberflächen in der Küche reicht milder Allzweckreiniger. Duftstoffe sind allgemein nichtnötig. Die meisten Raum- oder Maschinendeos können Allergien auslösen. Wenn der Kühlschrank unangenehm riecht, ist das ein Zeichen für Putzbedarf oder verdorbeneLebensmittel. Das Gerät muss regelmäßig ausgeräumt werden. Der Kühlschrank wird mit einem Allzweckreinger gereinigt und trocken nachgewischt. Auch beim Herd reichen Allzweck- oder Neutralreiniger. Bei Verkrustungen kann man Allzweckreiniger konzentriert dünn auftragen und über Nacht einwirken lassen. Ceranfelder lassen sich mit einem Glasschaber gut reinigen.Abwasch und Armaturen kann man mitGeschirrspülmittel reinigen. Mit Mikrofaser- oder Kunststofftüchern lässt sich Kalk gutentfernen.
Bad und Klo. Die Umweltberatung hat 18 Beckensteine getestet. Vier davon sind als „umweltgefährlich“ mit R 52/53 gekennzeichnet, das heißt, diese Produkte können in Gewässern langfristig schädliche Wirkunghaben. Dazu der Rat der Umweltberatung: „Hände weg von Beckensteinen!“ Auch keimtötende Wirkstoffe in Reinigern sind unnötig. Mikroorganismen landen mit dem nächsten Luftzug wieder auf der „desinfizierten“ Stelle. Alles, was besonders Putzmittel für Bad und WC bewirken, sind möglicherweise Augen- und Schleimhautreizungen, Atemprobleme und Husten. Wichtig für Sauberkeit im Sanitärbereich ist mechanische Reinigung:WC-Bürste, Mikrofasertücher, Saugglocke und Allzweckreiniger. Bei hartem Wasser (Carbonathärte über 18 Grad) soll man einmalwöchentlich ein Stamperl Haushaltsessig ins WC gießen und mit dem Klobesen nachputzen – Spülrand nicht vergessen!
Der Boden. Schon bei der Auswahl desBodens kann man an die Umwelt denken. Teppichböden brauchen Spezialreiniger. Glatte Oberflächen sind pflegeleichter. Sie sind mit Allzweckreinigern und Mikrofasertüchern leicht zu reinigen. Spezielle Pflege ist beimanchen Natursteinböden sowie geölten und gewachsten Holzböden nötig. Holzbödensaugen und nebelfeucht wischen, zu viel Feuchtigkeit schadet dem Boden.
Spiegel und Glas. Glasflächen lassen sich gut mit Mikrofaser- oder Kunststofftüchern putzen, bei starker Verschmutzung mit einem Schuss Abwaschmittel.
Die Broschüre „Lustvoll Reinigen“ gibt es bei der Umweltberatung zu bestellen, halbjährlich wird dazu eine Einkaufsliste für umwelt- und gesundheitsschonende Wasch- und Reinigungsmittel aktualisiert. Tel. 01/ 803 32 32, E-Mail: service@umweltberatung.at, Homepage: www.umweltberatung.at