Noch nie waren in Österreich so viele Menschen in Beschäftigung, jubelt die Politik. Die Katholische Aktion setzt mit ihrer ersten Wandzeitung, die in den vergangenen Tagen an die Pfarren verschickt wurde, hinter diese – an sich erfreulichen – Meldungen ein dickes Fragezeichen. Unter dem Titel „Fair statt prekär“ verweist sie auf die Schattenseiten des Arbeitsmarktes: Fast 100.000 Österreicher/innen verdienen trotz ganzjähriger Vollarbeitszeit weniger als 1000 Euro brutto im Monat. Mit 267.082 war die Zahl der nur geringfügig Beschäftigten noch nie so hoch wie 2008. Und immer mehr Menschen werden in atypische Arbeitsverhälnisse gedrängt – mit unsicheren Einkommen und Arbeitszeiten, mit schlechter sozialer Absicherung und mangelnden Aufstiegs- und Bildungschancen. Papst Benedikt nannte das vor kurzem einen „ethischen und sozialen Notstand“.
Hans Baumgartner
Menschenverachtende Zustände
In Brasilien landet man schnell einmal im Gefängnis – und damit in der „Hölle“. Denn was sich dort hinter Gittern oft abspielt, ist absolut menschenverachtend. So berichtet der aus der Steiermark stammende Gefängnisseelsorger Günther Zgubic von überfüllten Haftanstalten, Vergewaltigungen, Folter und Elektroschocks, um Geständnisse zu erzwingen. Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte hatte vor kurzem die katastrophale Menschenrechtssituation in den brasilianischen Gefängnissen scharf kritisiert. An der – seit langem versprochenen – Verbesserung der Situation scheint allerdings niemand interessiert zu sein.