Ausgabe: 2008/10, Müdigkeit, Schule, schlapp, Wasser, Obst, Sport
05.03.2008
Um sechs Uhr klingelt bei den meisten Schüler/innen der Wecker. Besonders im Winter und zu Frühjahrsbeginn wird das Aufstehen zur Härteprobe. Neben der Jahreszeit sorgen aber auch Hormone für Müdigkeit im Teenageralter.
Schüler, die wie in Trance durch den Vormittag dämmern und ständig gähnen, können bei Lehrern auf wenig Verständnis hoffen. Der Vorwurf der Faulheit schwingt ständig mit. Und außerdem: „Wärst du doch früher ins Bett gegangen.“ Oder die Eltern sagen: „Ich muss auch so bald raus aus den Federn. Das ist halt der Ernst des Lebens.“ Dabei ist es keine Ausrede, sondern wissenschaftlich nachgewiesen: Die Schule beginnt für viele Jugendliche zu früh. Schlafforscher haben in Studien herausgefunden, dass Teenager anders schlafen. Schuld daran sind – wie so oft – die Hormone. Genauer gesagt das „Schlafhormon“ Melatonin. Dieses setzt bei Teenagern am Abend später ein und hört am Morgen auch später auf. Wenn um sechs Uhr der Wecker klingelt, sind Jugendliche also noch komplett auf Schlaf eingestellt, und erst gegen neun Uhr werden sie schön langsam leistungsfähig.
Traumhaft spät. Dass ein späterer Schulbeginn und mehr Schlaf kein Traum bleiben muss, zeigen Länder wie Großbritannien, Finnland oder Japan. Schulbeginn ist dort erst um 8.30 Uhr bzw. 9 Uhr, der Unterricht dauert dafür in der Regel bis zum späten Nachmittag mit abwechselnd Unterricht und Freizeitgestaltung. Und: In China machen auch Schüler ein Mittagsschläfchen. Daneben gibt es im Prinzip ein paar andere hilfreiche Maßnahmen, den Schulen im Kampf gegen die Müdigkeit treffen könnten. Etwa den Schultag mit Sport beginnen lassen und den Mathematikunterricht dafür erst am späten Vormittag abhalten. Mehr ist an Österreichs Schulen in absehbarer Zeit wohl auch nicht drinnen. Hierzulande lässt sich kaum eine Mehrheit für einen Schulbeginn um 9 Uhr finden. Zumindest nicht, solange Frühaufstehen als Inbegriff von Fleiß gesehen wird.
Müde? Was ihr selbst dagegen tun könnt
- Genügend trinken. Das heißt, auch während der Unterrichtsstunden (ungezuckerte) Getränke zu sich nehmen. Es sollten mindestens zwei Liter am Tag sein. - Obst essen. - Wenn’s möglich ist: Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen. - Für Hartgesottene: Eine kalte Dusche oder Wechselduschen in der Früh bringen den Kreislauf in Schwung. - Wer Sport treibt, ist generell weniger müde. - Die Binsenweisheit „genügend schlafen“ beherzigen. Bei Teenagern sind das neun Stunden, Erwachsene brauchen acht Stunden.