Weltweit miteinander und füreinander beten – dazu lädt jährlich der Weltgebetstag der Frauen ein. Die Liturgie wird jedes Jahr von Frauen aus einem anderen Land gestaltet und kommt heuer aus Guyana.
In über 170 Ländern der Erde werden am 7. März Menschen aus verschiedenen christlichen Kirchen und Gemeinschaften zum Gebet zusammenkommen. Allein in Österreich finden an 400 Orten Gottesdienste zum Weltgebetstag (WGT) statt. Die Liturgie zum Thema „Gottes Weisheit schenkt neue Einsicht“ wurde von guyanischen Frauen verfasst.
Guyana. Die Kooperative Republik Guyana, auch „Land der vielen Wasser“ genannt, liegt im Nordosten Südamerikas am Atlantik und grenzt an Venezuela, Surinam und Brasilien. Von den knapp 800.000 Einwohnern des Landes sind etwa die Hälfte indischer, ein Drittel afrokaribischer und der Rest gemischt-ethnischer, indigener, portugiesischer und chinesischer Abstammung. Guyana, das etwa zweieinhalbmal so groß ist wie Österreich, zählt zu den ärmsten und unterentwickeltsten Ländern der Welt. 35 Prozent der Bevölkerung liegen unter der Armutsgrenze, 21 Prozent sind extrem arm. Besonders betroffen davon sind die Ureinwohner (Amerindians).
Projekt. Mit den Spendengeldern des Weltgebetstages werden zahlrreiche Projekte unterstützt. Eines davon ist die Schule der Heilsarmee in der guyanischen Stadt Bartica. Hier geht es darum, die Gesundheit und die Bildung von rund 70 Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren zu verbessern. Sie besuchen derzeit den Kindergarten, die Schule und das Tagesheim der Heilsarmee. Ein Großteil der Kinder wird von alleinerziehenden Müttern aufgezogen, die schlecht bezahlten Jobs nachgehen. Von dem geringen Lohn können sie ihren Kleinen oft nicht einmal eine Jause mit in die Schule geben. Diese Kinder haben tagsüber nichts zu essen, denn die Schule hat keine Eigenmittel, um ein kostenloses Mittagessen zu finanzieren. In Zukunft sollen zwei Köche angestellt werden, die für eine warme Mahlzeit sorgen. Um die Qualität des Unterrichts zu fördern, wird auch ein zusätzlicher Lehrer eingestellt. So können die Schüler/innnen in kleineren Klassen besser betreut werden. Neue Materialien für den Unterricht sind ebenfalls geplant.