Zugegeben. Digitale moderne Geräte sind an Präzision und vor allem an Anwendungsmöglichkeiten kaum zu überbieten. Doch historische Geräte sind nicht nur präzise. Sie sind vor allem schön.
Von der Aufbewahrungsschatulle bis zur Mess-Skala: Alles ist mit Liebe zum Detail ausgestaltet. Die Ausstellung „Münzwaagen und Münzgewichtsstücke“ wird Leute mit Sinn für alte Handwerkskunst nicht enttäuschen. Die Herstellung von Münzen aus Gold und Silber verlangte nach präziser Wägung. Die Münzen hatten ja genau den Wert des Materials, aus dem sie gemacht waren. Sie standen also nicht bloß symbolisch für einen bestimmten Wert. Gewicht und Wert hingen untrennbar zusammen. Und deshalb brauchte man auch genaue Waagen. Mit Münzwaagen wurde das „Raugewicht“, nämlich die verwendete Masse einer Münze, bestimmt. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden sie im Münzhandel verwendet, ehe bessere Prägetechniken das Wiegen überflüssig machten. Historische Waagen funktionierten auf ein Zehntelgramm genau. Spezialisierte Handwerker erzeugten die Waagen und die Gewichte. Die Münzwaagkassetten waren oft verziert. Die Ausstellungsstücke im Schlossmuseum stammen aus der Sammlung von Dr. Gerhard Eiselmayr. Er sammelte Münzwaagen und Münzgewichte aus Österreich und den ehemals österreichischen Ländern. Auch eine Begleit-Publikation hat er erstellt.
- Münzwaagen und Münzgewichtsstücke, Schlossmuseum Linz, 5. März bis 25. Mai.
Die Publikation dazu (Euro 38,–) kann bestellt werden: Tel. 0732/67 42 56-178, E-Mail: katalogbestellung@landesmuseum.at