Sie ist eine Frau, eine Laiin unter vornehmlich Priestern und stammt aus Österreich: Die neue Chefredakteurin der deutschsprachigen Wochenausgabe der Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“ heißt Astrid Haas.
Erstmals leitet seit 23. Februar 2008 eine Frau die Redaktion einer der Ausgaben der Vatikanzeitung. Dementsprechend groß war auch das Medieninteresse an Astrid Haas. Die deutschsprachige Redaktion zu führen ist allerdings keine neue Aufgabe für die 54-jährige Tirolerin aus Steinach am Brenner. Seit dem Ausscheiden ihres Vorgängers Ernst Schlögel vor über einem Jahr hat sie interimistisch das Büro geleitet und „auch schon in den Jahren davor gab es Perioden, wo ich das machen musste“, sagt die Journalistin. Trotzdem war sie über ihre Ernennung zur Chefredakteurin überrascht: „Ich dachte mir, der Posten ist unbesetzt und irgendwann wird hier wohl wieder jemand nachfolgen. Dass ich das bin, damit habe ich nicht gerechnet.“
Karriere. Als Astrid Haas im Alter von 22 Jahren nach Rom kam, hat sie zunächst bei der Österreichischen Botschaft gearbeitet. Zwei Jahre später wechselte sie in die Redaktion des „Osservatore“. 2002 wurde sie stellvertretende Chefredakteurin, bis sie schließlich heuer mit der Redaktionsleitung betraut wurde. Das Wort des Papstes zu verbreiten und über das Geschehen an der Kurie zu berichten mache die Einzigartigkeit der Vatikanzeitung aus, so Haas. Außerdem schätzt sie das internationale Betriebsklima im Haus. Der „Osservatore“ erscheint insgesamt in sieben Sprachen. Rom ist im Laufe der Jahre ihr Zuhause geworden. Doch jährlich zieht es Astrid Haas in ihre Heimat Tirol, wo sie sich jedes Mal aufs Wandern freut.
Astrid Haas: „Religion spielt für mich eine sehr große Rolle. Ich könnte mir ein Leben ohne religiöse Stütze und ohne die Lektüre der Texte des Papstes nicht vorstellen.“