Kardinal Joseph Zen Ze-kiun von Hongkong nahm am Freitag, 7. März, in Wien am CSI-Schweigemarsch für verfolgte Christen teil
Ausgabe: 2008/11, China, Kirche, Spiele, Zen Ze-kiun, Hongkong, CSI, Schweigemarsch, Wien, Olympische Spiele, Vatikan, Verfolgung, Christen, Kirche in Not
12.03.2008
Chinas katholische Kirche ist von Spaltungen geprägt, die durch den Druck der chinesischen Regierung hervorgerufen werden. Kardinal Joseph Zen von Hongkong zeichnete am Freitag und Samstag der Vorwoche in Wien und Linz ein ernüchterndes Bild. Gut die Hälfte der etwa 100 chinesischen Bischöfe gehören der offiziellen, unter staatlicher Kontrolle stehenden „Patriotischen Kirche Chinas“ (PACC) an, die anderen gehören zur vatikantreuen Untergrundkirche. Letztere haben mit großen Einschränkungen und Schikanen zu leben. Im Vorfeld der Olympischen Spiele, die im August in Peking abgehalten werden, fürchtet Kardinal Zen, könnte es zu Verhaftungen von Bischöfen kommen wie dies zuletzt bei den Asien-Spielen der Fall gewesen sei. Damit wollte man Kontakte von Ausländern zu den Bischöfen verhindern. Der Vatikan arbeitet auf eine Vereinigung von Untergrundkirche und offizieller Kirche „von Fall zu Fall“ hin, und zwar, wie Zen betont, sehr großzügig. Nur zehn der nach staatlichen Kriterien gewählten Bischöfe seien nicht vom Vatikan anerkannt. Auch der Vorsitzende der Bischofskonferenz kann nur auf staatlichen Vorschlag gewählt werden. Bischof Zen war auf Einladung von „Kirche in Not“ und „Christian Solidarity International“ nach Österreich gekommen und nahm auch am traditionellen Schweigemarsch für verfolgte Christen in Wien teil.