Passionszyklus von Edith Maul-Röder in Wels-St. Franziskus
Ausgabe: 2008/11, Spuren, Leben, Passionszyklus, Maul-Röder, Wels, St. Franziskus, Ostern
12.03.2008
- Elisabeth Leitner
Bereits zum vierten Mal setzt die Pfarre Wels-St. Franziskus in der Fastenzeit eine künstlerische Initiative. Im sonst bilderlos gehaltenen Feierraum werden von Aschermittwoch bis Ostern Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern gezeigt.
Heuer sind Fotoarbeiten von Edith Maul-Röder zu sehen. „Spannend für die Pfarre ist vor allem das langsame Enthüllen dieses Passionszyklus – jeweils Sonntag für Sonntag und anschließend in der Karwoche. Es ist, als würde Schritt für Schritt, Bild für Bild, ein Stück mehr freigegeben vom Leidensweg Christi“, erzählt Pfarrmoderator Anton Achleitner. Diese langsame Enthüllung ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Bild. Die Künstlerin hat mit den Bildern Stimmungen eines Ortes eingefangen, der ihr seit frühester Kindheit vertraut ist: der im Sommer sehr belebte Yachthafen am Attersee. In den Wintermonaten wirkt dieser Ort völlig verwaist und einsam. Die wenigen Konturen im Nebel lassen etwas von einem Geschehen erahnen, das nur noch schemenhaft erkennbar, verborgen, fast vergessen ist: das pralle Leben, das Plätschern des Wassers, die Farben des Sommers.
Christliche Symbole. Der von der Künstlerin in der Weihnachtszeit 2007 geschaffene Bilderzyklus orientiert sich am Kreuzweg Christi. „Für mich ist dieser Ort überflutet mit christlichen Symbolen“, sagt Edith Maul-Röder. Unendlich viele Schattierungen des Nebels sind sichtbar. Ein Pflock, der im Grau des Lebens Halt gibt, ein Gerüst ragt wie ein Kreuz empor. Jedes Bild ist wie eine Einladung, sich zu sammeln, auf das Wesentliche zu konzentrieren. Der Passionszyklus wird zu Ostern mit einer neuen Fotoarbeit der Künstlerin zum Thema „Auferstehung“ beendet. Die Bilder sind offen für eigene Interpretationen. Das liegt auch in der Intention der Künstlerin.