Die Karwoche bietet die Chance auf ein besonderes Erlebnis, das man noch besser in der Familie oder mit Freund/innen gestalten kann. Hier lesen Sie geistliche Impulse für die ersten Tage der „Heiligen Woche“, wie sie auch genannt wird. Sie basieren auf den Lesungen nach dem Propheten Jesaja, wie sie in diesen Tagen in den Gottesdiensten gelesen werden.
Palmsonntag
„Gott, der Herr, gab mir die Zunge, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort“. Jesaja 50,4
Ich feiere die Palmsonntag-Liturgie mit. Als Vorsatz durch den Tag achte ich darauf, dass alle meine Gespräche einen aufrichtenden, ermutigenden Grundton haben. Ich denke darüber nach, wer aus meinem Umfeld eine Ermutigung braucht, die gerade ich geben könnte. Auch mit meinen Angehörigen rede ich darüber.
Montag
„Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, den glimmenden Docht löscht er nicht aus.“ Jesaja 42,3
Der Gottesglaube hat mit Gerechtigkeit zu tun. In „Ersten Lied vom Gottesknecht“ lässt Jesaja Gott selbst sprechen: „Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, ... das Licht für die Völker zu sein: blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien“ (Jes 42,6–7).Wie kann ich dem an diesem Tag gerecht werden? Wie kann ich jemanden, der „geknickt“ ist, aufrichten?
Dienstag
„Ich mache dich zum Licht für die Völker, damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.” Jes 49,6b
Gott will nicht nur „in sich“ gute und fromme Menschen. Sie sollen Licht für die Völker, sein, sich für andere verantwortlich wissen.An diesem Tag denke ich bei allem, was ich benutze und esse, nach, woher es kommt und wer die Menschen sind, die das alles gemacht haben. Was kann ich zurückgeben?
Mittwoch
„Seht her, Gott, der Herr, wird mir helfen.“ Jesaja 50,9a
Gott verlangt nicht nur. Er wird helfen. Jesaja hat darauf vertraut. Wie steht es mit meinem Gottvertrauen?
Gründonnerstag
„Er hat mich gesandt, damit ich ... alle Trauernden tröste, die Trauernden Zions erfreue, ihnen Schmuck bringe anstatt Schmutz, Freudenöl statt Trauergewand, Jubel statt der Verzweiflung.“ Jes 61, 2-3
In den österlichen Tage stehen Sterben, Tod und Auferstehung Christi im Zentrum. Trauernde gibt es auch in meinem Umfeld. Ihnen zu helfen, dass sie wieder zur Lebenfreude finden, ist eine christliche Aufgabe, ein von Gott selbst aufgetragener Dienst. Wen kann ich in diesen Tagen trösten?
Karfreitag bis Ostersonntag
In diesen „Heiligen drei Tagen“ lasse ich mich auf die Gottesdienste in meiner Pfarre bewusst ein. Im Mitfeiern versuche ich das Geschehen in mir wirken zu lassen. Die Stille während der Grabesruhe Jesu versuche ich mitzuerleben, indem ich um mich eine Atmosphäre der Stille wahre. Ich versuche, dafür auch meine Familienmitglieder zu gewinnen: Keine Hintergrundmusik aus dem Radio, Verzicht auf „Unterhaltungsprogramm“. Dafür eventuell bewusstes Hören von Passionsmusik.