Gabriele Eibensteiner spielt beim Staatsliga-Club Union Kleinmünchen Fußball. Leidenschaftlich. Aber ebenso leidenschaftlich ist sie Frau und Mutter. Im Moment erwartet sie ihr drittes Kind. In Zwettl an der Rodl lebt Gabriele mit ihren Söhnen Tobias und Lukas und mit ihrem Mann Florian.
Was bedeutet Fußball in Ihrem Leben?
Gabriele Eibensteiner: Als Kind habe ich mit meinem Bruder und den Buben im Dorf gern Fußball gespielt, gleich hinter dem Haus auf der Wiese. Damals durften Mädchen nicht zusammen mit Burschen in Mannschaften spielen, also habe ich mich auf Faustball verlegt. Mit 18 musste ich mich entscheiden. Ich habe dann bei Union Kleinmünchen angefangen, zuerst in der Landesliga, dann in der Bundesliga.
Spielen Frauen anders?
Ja, schon. Schon beim Geld fängt es an. Frauen kriegen nichts dafür. Bei den Männern werden Spieler in der zweiten Landesliga teilweise sogar für das Trainieren bezahlt. Bei uns Damen macht ausschließlich der Spaß die Motivation aus. – Aber man kommt viel herum, auch wenn das für meine Situation als Mutter oft nicht einfach ist.Im Team schaut man, dass alle, die motiviert sind, auch eingesetzt werden, nicht nur die, die gerade am besten in Form sind. Es geht menschlicher zu bei uns.
Wie intensiv wird trainiert?
Dreimal in der Woche haben wir am Abend Training, am Wochenende wird dann gespielt. Im Moment bin ich auf Babypause, aber auch nach den beiden Buben habe ich dazwischen immer wieder gespielt.
Was bedeutet Ihnen die Karriere?
Es war nie mein Gedanke, groß Karriere zu machen. Ich wollte einfach spielen. Und im Damenfußball gibt es ja auch nicht so viele Möglichkeiten. Der Fußballbund unternimmt da auch nicht so viel. Da kann es schon passieren, dass die Anmeldung zur Weltmeisterschaft einfach übersehen wird.
Wie bringen Sie Ihr Hobby mit der Familie zusammen?
Hauptsächlich bin ich eigentlich Mutter und Hausfrau. Ich bin wahnsinnig gern daheim mit den Kindern. Zu den Spielen haben wir die Kinder einfach mitgenommen. Mein Mann ist freilich weniger begeistert. Er muss halt an den Wochenenden oft ausrücken – er oder Oma –, um auf die Buben aufzupassen. Aber die Kleinen kennen sich auf den Fußballplätzen inzwischen schon sehr gut aus. Der Verein hat da viel Verständnis. Ich kann zum Beispiel auch zu Hause mit den Männern in Zwettl trainieren. Ich möchte gar nicht zu einem anderen Verein gehen. Das käme mir wie ein Verrat vor.
Siegen und verlieren: Was bedeutet Ihnen das?
Natürlich haben auch wir den Ehrgeiz, zu gewinnen. Wenn wir aber einmal verlieren, ist das keine Katastrophe. Viel mehr wurmt mich, wenn ich mit meiner eigenen Leistung nicht zufrieden bin. Das Ergebnis steht nicht so im Vordergrund. Aber wenn man selbst gut motiviert ist, überträgt sich das auf andere. Man kann beim Fußball schon lernen, mit Sieg und Niederlage umzugehen. Man kann nicht immer nur gewinnen, nicht immer nur Erste sein. Fußball ist ein Teamsport – und so ist es ja im Leben auch. Es funktioniert nur, wenn man zusammenhilft, nicht jeder für sich allein. Wenn eine den Ball verliert, rennt eben eine andere darum. Das gegenseitige Helfen ist wichtig in diesem Sport.
Hat es Sie geschmerzt, wenn Sie wegen der Kinder unterbrechen mussten?
Nein. Die Familie und die Kinder sind mir sehr wichtig. Das Mama-Sein ist mein Lieblingsberuf. Ich möchte das auch weiter so genießen. Mit drei Kindern, da wird mir bestimmt nicht fad. Später werde ich wieder als Kinderkrankenschwester arbeiten.
Bedeuten Ihnen die Mitspielerinnen auch sonst etwas im Leben?
Die meisten wohnen ja in Linz, und die treffen sich auch außerhalb des Fußballplatzes. Bei mir ist das nicht so leicht möglich. Aber ich verstehe mich sehr gut mit den Spielerinnen und den Trainerinnen. Ich bin im Verein eher die Ausnahme – mit der Familie und den Kindern.
Was bedeutet Ihnen die Kirche?
Ich helfe in Pfarre unserer mit, die Kindergottesdienste vorzubereiten. Bei uns gestalten wir mit den Kindern einen eigenen Wortgottesdienst, dann kommen die Kleinen zu den Erwachsenen dazu. Die Verbindung mit der Pfarre bedeutet mir schon viel. Mit den eigenen Kindern ist mir das noch wichtiger geworden. Am Sonntag in die Kirche zu gehen ist etwas Schönes und Wichtiges für uns. Als ich während meiner Ausbildung zur Krankenschwester in Linz wohnte, war das schwieriger.
Ein harter Sport – und ein Beruf, der Sensibilität erfordert. Wie geht es Ihnen damit?
Für mich ist der Sport ein guter Ausgleich. Als Kinderkrankenschwester kommt man auch viel mit dem Leid in Berührung, mit behinderten Babys zum Beispiel. Ich werde oft gefragt, ob ich da nicht Angst habe, selbst Kinder zu bekommen. Aber ich habe immer mit Kindern im Umkreis gelebt und habe eigentlich keine Angst. Ich kann das ganz gut trennen.
Interview: Matthäus Fellinger
Kommentar von Matthäus Fellinger
Keine Angst vor fremden Welten
Die Frau hat Glück! Fußball, Familie, Pfarre, Arbeit. Und alles macht sie gern. Vielleicht gerade deshalb, weil Leben für sie in ganz verschiedenen Welten vorstellbar ist.Es könnte auch ganz anders sein. Es wird sogar ganz anders sein. Das ist durchaus eine österliche Thematik.Da waren Fischer am See. Ihre Welt war klar. Jeden Tag der gleiche Ablauf. Auf den Sabbat werden sie sich gefreut haben, an dem sie ihre Boote am Strand liegen lassen konnten. Ein karges, aber doch zufriedenstellendes Leben. Wenn da nicht einer gewesen wäre, der sie aus ihrer Welt herausgerufen hätte, in seine Nachfolge. Jesus mutete den Fischern am See eine andere Welt und eine andere Aufgabe zu. Menschenfischer sollen sie werden. Auch den Mann vom Zoll – Levi hieß er – hat er in sein Team geholt.Nicht mehr die Sorge um den Alltag allein sollte ihr Leben nun bestimmen, sondern die Sorge um das Leben selbst.Es gibt ein Leben abseits der eigenen Pläne und Wünsche. Es gibt die Zwischenfälle, die das Leben in eine neue Bahn bringen. Es gibt das schmerzliche Herausgerissenwerden aus dem gewohnten Gang: Krankheit, Trennung, Abschied und Sterben. Es gibt aber auch das lösende und erlöste Herausfinden aus Verstrickungen. Endlich frei von der schweren Last! Menschen haben Angst vor solchen Veränderungen, sind verhaftet in ihrer Welt. Lieber soll alles bleiben, wie es ist. Aber es wäre das Ende des Lebens, wenn sich niemand einlassen würde auf neue, andere Umstände. Leiden und Tod sind in der Karwoche im Mittelpunkt gestanden – aber dann: die Auferstehung. Am Ende fällt ein Mensch nicht heraus aus der Welt in das Bodenlose. Er fällt hinein in die bergende Gotteshand.
Training mit Dr. Renate Priglinger
Buchstabenübung
Mit dem folgenden Buchstabenrätsel üben Sie Ihr Merkvermögen und Ihre geistige Wendigkeit:Stellen Sie sich das Wort FASTENZEIT nur im Kopf vor, ohne es aufzuschreiben.
Welche Wörter kann man aus den Buchstaben dieses Wortes bilden? Diese Wörter schreiben Sie auf. Tun Sie das auch mit anderen Wörtern:
OSTERFEST, BLUMENVASE, FENSTERBANK usw.
Mentaltraining
Am Ende unseres Fastentrainings lade ich zu einer kleinen Besinnung ein:
Wo habe ich eine Niederlage erlebt? Gibt es darin etwas, wofür ich sogar dankbar bin? Wo habe ich mich über einen „Sieg“ gefreut? Gibt es darin etwas, wofür ich anderen Menschen dankbar sein sollte?
Sie können diese beiden Erfahrungen in einem Dankgebet formulieren.