Erzbischof Paulos Faraj Rahho ist das bisher prominenteste in einer langen Reihe von Opfern, die die Christen im Irak seit Beginn des Krieges vor fünf Jahren beklagen. Nicht in den schlimmsten Zeiten der Diktatur von Saddam Hussein wurden Christen in diesem Ausmaß verfolgt. Vor 20 Jahren gab es im Irak noch 1,4 Millionen Christen, heute sind es weniger als 600.000. Dazu kommt, dass der Terror rivalisierender islamistischer Gruppen auch Zehntausende Moslems in den Tod riss.
Am 20. März 2003 haben die USA und Großbritannien den Irakkrieg vom Zaun gebrochen. Sie traten an, um das Land von einem grausamen Diktator zu befreien, der die ganze Welt mit „Massenvernichtungswaffen“ bedrohe. Obwohl die UNO-Waffeninspektoren unter Hans Blix mit glaubwürdigen Unterlagen wiederholt versichert hatten, dass es im Irak keine Massenvernichtungswaffen mehr gebe, wurde dieser Krieg angezettelt. Heute weiß man, dass die höchsten Spitzen der US-Regierung das eigene Volk ebenso wie die internationale Staatengemeinschaft bewusst belogen haben, um diesen völkerrechtswidrigen Krieg vorzubereiten und zu rechtfertigen. Der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Erzbischof Renato Martino, hat vor wenigen Tagen eine messerscharfe Bilanz gezogen. „Ohne den Krieg gegen Saddam Hussein würden wir nicht diese Tausenden Opfer beklagen. Dieser Krieg, der die ,Angriffslust‘ des Diktators abwenden sollte, hat zu einer noch größeren Aggression geführt.“ Und er wirft den USA vor, diesen Krieg wider besseres Wissen begonnen zu haben, weil sie diesen Krieg wollten.