Ausgabe: 2008/12, Glück, Schwebezustand, Film, Musik, Tabakladen, Auster, Wang
19.03.2008
- Matthäus Fellinger
Die unvorhergesehenen Ereignisse sind es, in denen das Glück Ilse Kögler erreicht: „Wenn etwas eintritt, womit ich nicht gerechnet habe”, sagt sie – und wenn sie tun kann, was sie gerne tut. „Und das ist Gott sei Dank mein Beruf.“ Dr. Ilse Kögler ist Professorin für Katechetik an der Kath.-Theol. Privatuniversität. In der Reihe „Theologie vor Ort” spricht sie über „Bilder von Glück in Film und Musik”.
Eine Tafel Schokolade macht mich auch glücklich, meint Ilse Kögler. Als tieferes Glück erlebt sie allerdings, was sie nicht angestrebt hat oder kaufen kann. Es stellt sich ein – und das hat für Ilse Kögler eigentlich immer mit Menschen zu tun. Mit Menschen arbeiten, mit ihnen reden, zusammensein. Im Film und in der Pop-Musik entdeckt Ilse Kögler ein Reservoire an Erfahrungen mit dem Glück. „Filme versetzen mich in einen Schwebezustand, in dem ich mich zwischen den eigenen Träumen und Projektionen auf der Leinwand bewege“, erzählt Kögler. Glück bedeutet im Film nicht nur ein „Happy End“, in dem die Geschichte zu Ende kommt. Das Glück findet zum Beispiel im Festessen Ausdruck, wie im Film „Babettes Fest“ (Regie:Gabriel Axel, 1987). In vielen künstlerischen Annäherungen ist der Weg zum Glück wie ein Hindernislauf, ehe es dann doch noch zum glücklichen Ende kommt. Einer der Lieblingsfilme Ilse Köglers ist „Smoke“ von Wayne Wang und Paul Auster. Vom Pech verfolgte Menschen treffen in einem Tabakladen zusammen. Es ist unsinnig, dauernd hinter dem eigenen Glück hinterherzuhecheln, kommt in diesem Film zum Ausdruck. „Zurück zum Glück“. So haben die „Toten Hosen“ eine CD genannt – eine musikalische Karikatur, wie Menschen hinter dem Glück, das es früher einmal gab, herhetzen – und dabei das Glück im Jetzt übersehen. Die Tatsache, dass viele Menschen Glück eher im Vergangenen vermuten und dass es dann verloren wurde, bringt Kögler mit dem biblischen Bild in Verbindung: Zwischen dem Anfang, an dem „alles gut“ war, und der Verheißung, dass es gut wird, liegt die Möglichkeit, das Glück zu entdecken und anzunehmen. Es ist, betont Kögler, nicht nur „mein“ Glück, sondern hat mit dem Glück der anderen zu tun.
Dr. Ilse Kögler erzählt in der Reihe „Theologie vor Ort” über Bilder von Glück in Film und Musik. Maximilianhaus Attnang, Mi., 26. 3., 20 Uhr; St. Franziskus, Ried i. I., Do., 27. 3., 19.30 Uhr; Ursulinenhof Linz, Mo., 31. 3., 19.30 Uhr; Dominikanerhaus Steyr, Di., 1. 4., 19.30 Uhr.