Glasfenster von Inge Dick in Puchkirchen am Trattberg
Ausgabe: 2008/12, Glasfenster, Licht, Morgen, Dunkelheit, Nacht, Tod
19.03.2008
- Elisabeth Leitner
Ein neuer Morgen beginnt. Die Dunkelheit weicht dem Licht. Vorsichtig, fast schüchtern kündigt sich der Tag an. Die Nacht – endlich vergangen. Die Nacht des Lebens, in der uns Ängste und Sorgen quälen und es keine Antwort gibt auf all unsere Fragen. Die Nacht des Lebens, in der Schuld und Verstrickung schwer auf unserer Brust liegen. Wird es denn je Versöhnung und Heilung geben? Wird die Liebe stärker sein als der Tod? Die Nacht des Lebens, in der all unser Mühen vergebens scheint. Die Nacht des Lebens, in der die Einsamkeit so mächtig ist wie die Dunkelheit um uns. Und niemand spricht ein tröstendes Wort. Ein neuer Morgen beginnt. Das Licht des Tages strömt herein, taucht die Welt in einen goldgelben Schein. Die Dunkelheit verliert ihren Schrecken. Ein Lichtstrahl genügt, eine Geste der Versöhnung, ein erlösendes Wort, ein erster Schritt. Der Tod ist besiegt. Rettung ist uns geschenkt. Aufstehen. Dem Licht entgegengehen. Neu leben. Nicht irgendwann, jetzt.
Die Glasfenster der Künstlerin Inge Dick in Puchkirchen am Trattberg tauchen den Kirchenraum in warmes Gelb. Die Renovierung der Pfarrkirche erfolgte im Jahr 2001. Die Künstlerin entschied sich bei der Farbgebung für einen abgestuften goldgelben Farbton, der bis zum Rot-Orange reicht. Die auf- und absteigenden Lichtreihen symbolisieren die Dualität des Lebens.