Kinder können sich ihre Eltern nicht aussuchen. Wie auch. Und in den allermeisten Fällen möchten die Kinder ihre Eltern auch nicht tauschen. Und umgekehrt: Mama und Papa fänden es nicht gerade großartig, wenn ihre Kinder plötzlich lieber andere Eltern hätten. Dass sie in dieser und jener Hinsicht nicht gerade den tollsten, sportlichsten Vater haben, und dass andere Mamas angeblich viel großzügiger sind und den Ihren mehr erlauben, mag schon sein. Aber eintauschen möchten sie sie trotzdem nicht.
In Sachen Religion werden die Fragen plötzlich anders gestellt: Ist die Kindertaufe nicht ein Zwang gegen den Willen der Kinder? Und ist die Erstkommunion mit sieben Jahren nicht geradezu ein Ausnutzen kindlicher Naivität? Und sind die Firmlinge mit 13 oder 14 noch nicht reif genug für eine Entscheidung? Die Fragen werden in einer Zeit gestellt, in der man meint, sehr vieles selber machen und entscheiden zu können. Man tut viel, um ja nicht angewiesen auf andere zu sein. Wie ein Kind ab der ersten Ahnung von seinem Dasein als volles Mitglied der Familie zählt, so ist es auch im Glauben: Gott ist es, der zu seinen Kindern steht. Ohne Altersbegrenzung. Das darf man feiern.