Ausgabe: 2008/13, Traumberuf, Pastoralassistentin, Vogl, Gemeinschaft, Konflikt
26.03.2008
- Paul Stütz
Die Ausbildung zu Pastoralassistent/innen am Seminar für kirchliche Berufe legt einen großen Wert auf Persönlichkeitsbildung und Gemeinschaftssinn.
„Mein alter Beruf hat mir schon Spaß gemacht“, sagt Luise Maria Vogl. „Ich hab aber gespürt, dass es noch mehr geben muss.“ Dass dieses „Mehr“ in einem kirchlichen Beruf zu finden ist, war für die gelernte Großhandelskauffrau und ehrenamtliche Jugendleiterin klar. „Ich möchte ein positives Bild von Kirche vermitteln und andere von meinem Glauben begeistern“, sagt sie. Durch Bekannte erfuhr Vogl vom Seminar für kirchliche Berufe in Wien. „Mir hat gleich gefallen, dass der Unterricht hier in Kleingruppen stattfindet“, sagt sie. Kein Jahrgang hat derzeit mehr als zehn Studierende, was ein Lernen in familiärer Umgebung ermöglicht. Mittlerweile studiert die 21-Jährige aus Schleißheim bereits im vierten Semester. In gut zwei Jahren wird sie diplomierte Pastoralassistentin sein.
Bewerbung. Die Aufnahme erfolgt nach Teilnahme an einem Interessentenseminar und wird über die jeweilige Heimatdiözese abgewickelt. „Es wird natürlich darauf geachtet, dass man eine gewisse Ahnung vom kirchlichen Leben hat“, betont Vogl. Das Mindestalter ist 18 Jahre für das Vollzeitstudium am SKB, beim berufsbegleitenden Lehrgang liegt es bei 30 Jahren.
Konfliktfähigkeit. Besonderen Wert legt das SKB neben den Grundlagen der Theologie auf das Vermitteln von Kommunikations- und Konfliktfähigkeit. Ein Schwerpunkt ist das kompetente Leiten von Gruppen. „Es ist ein Wahnsinn, was man hier für Möglichkeiten hat“, schwärmt Vogl außerdem vom erlebnispädagogischen Unterricht. „Letztes Jahr haben wir zum Beispiel gemeinsam im Garten des Seminars gezeltet.“ Abgerundet wird die praxisnahe Ausbildung durch ein zehnmonatiges Pfarrpraktikum im dritten Studienjahr.
Viel Sinn für Gemeinschaft. In der Regel wohnen die Studierenden im Seminar. So endet der Kontakt zu den Mitstudierenden nicht bei der Klassentür. „Es ist immer irgendwer da zum Reden“, sagt Luise Maria Vogl. Der große Gemeinschaftssinn ist auch Claudia Scherrer, Absolventin des Seminars für kirchliche Berufe und Pastoralassistentin in Linz-Auwiesen, noch in guter Erinnerung. Sie habe sehr davon profitiert, dass am SKB die unterschiedlichsten Charaktere „vom alternativen Jugendleiter bis hin zur indischen Nonne“ studieren und wohnen, sagt sie. „Für die Arbeit in der Pfarre, wo ja auch unterschiedlichste Leute zusammenkommen, war diese Erfahrung sehr hilfreich.“
Tag der offenen Tür
Das Seminar für kirchliche Berufe öffnet am Sonntag, 20. April ab 14 Uhr für Interessent/innen an Seelsorgeberufen seine Pforten.Adresse: Wolfrathplatz 2, 1130 Wien, Tel. 01/877 53 70.