Tuberkulose ist eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten. Armut, fehlende Hygiene, Unterernährung und Immunschwäche sind ihr Nährboden. Das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich ruft zur Hilfe auf.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den 24. März zum „Tuberkulose-Tag“ erklärt. Sie ruft damit zum Kampf gegen eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten auf. Rund zwölf Millionen Menschen sind davon betroffen; zwei Millionen von ihnen sterben jährlich, weil sie die notwendige Behandlung mit Antibiotika zu spät oder gar nicht erhalten. Tuberkulose verbreitet sich vor allem in den armen Ländern des Südens, immer öfter aber auch wieder in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion. Besonders anfällig sind Menschen, deren Abwehrkräfte geschwächt sind: durch Unterernährung, katastrophale Wohn- und Hygieneverhältnisse und nicht zuletzt durch die das Immunsystem zerstörende HIV-Infektion. Da auch nicht behandelte Leprakranke für Tuberkulose besonders anfällig sind, hat sich das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich dieser Krankheit angenommen. Seit Jahren unterstützt es Gesundheitszentren zur Behandlung von Tbc-Kranken in Asien, Afrika und Brasilien.
Aufruf. Zum Welt-Tuberkulose-Tag ruft das Aussätzigen-Hilfswerk zu einer Spendenaktion für die Errichtung eines Gesundheitszentrums in Kalkutta auf. Dort hat der 56-jährige Arzt P. K. Mitra ein medizinisches und soziales Hilfswerk für die über 700.000 Bewohner der Elendsviertel gegründet. Seine Klinik und seine Gesundheitsposten sind völlig überrannt von Menschen, die untersucht und behandelt werden wollen. Immer öfter sind es Tbc-Kranke. Bei einem Tageseinkommen von einem halben Euro und weniger können sie sich die Behandlungskosten von rund 50 Euro nicht leisten. Ohne fachgerechte Behandlung aber führt Tuberkulose zum Tod.