Not wird meist an die nächste Generation vererbt. Wer heute gegen die Armut etwas unternimmt, hilft damit langfristig. Die Caritas-Haussammlung soll die Lebensverhältnisse der Armen im Inland verbessern.
Die Statistik Austria weist für Oberösterreich jüngst 144.000 armutsgefährdete Menschen aus. Damit ist etwa jeder und jede zehnte Bürger/in betroffen. Alleinerziehende sind häufiger gefährdet, arm zu sein. Wenn jetzt 7000 Haussammlerinnen und Haussammler in Oberösterreich um Spenden bitten, dann kommt ein wichtiger Teil ihres Einsatzes auch solchen Frauen und Teilfamilien zugute. Was sie sammeln, wird von der Caritas ausschließlich an Bedürftige im Inland weitergegeben. Caritas-Direktor Mathias Mühlberger bittet die Oberösterreicher/innen um großzügige Unterstützung. Die Haussammler/innen gehen mit dem Bewusstsein von Tür zu Tür, dass sie dies für Menschen tun, die Hilfe brauchen. Das verlangt immer wieder Mut, bereitet aber auch Freude, wie es Gertrude Pallanch aus Wels bestätigt. Denn es kommt zu schönen und dankbaren Begegnungen mit Menschen.
7000 Haussammlerinnen und-sammler sind für die Caritas unterwegs.
Die Haussammlung ist Quelle der Hilfe
Die Caritas-Haussammlung dient der Unterstützung Bedürftiger im Inland
Mathias Mühlberger, Direktor der Caritas Oberösterreich, nennt die Zusicherung der Regierung, sich die Mindestsicherung ein Anliegen sein zu lassen, einen „Lichtblick“. Alleine in Oberösterreich gibt es 144.000 armutsgefährdete Menschen.
Im letzten Jahr hat die Caritas 9000 Beratungsgespräche geführt. Ein Jahr vorher waren es „nur“ 8200. Die Armut hat verschiedenste Ursachen, darum wird auch die Mindestsicherung nicht alle Probleme lösen, gibt Mühlberger zu bedenken. Ursachen für Armut sind unter anderem mangelhafte Ausbildung, Krankheit, Vereinsamung und ein Mix aus vielem. Es braucht unter anderem leistbare Wohnungen, Angebote am Arbeitsmarkt für schwer vermittelbare Menschen und einen Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen.
Staat und Gemeinschaft sind gefordert. Nicht nur der Staat ist gefordert. Die Gemeinschaft darf nicht wegschauen und muss sich der Probleme der Menschen in ihrem Umfeld annehmen. Die Haussammlung der Caritas ist unter diesem Aspekt zu sehen. 7000 ehrenamtliche Helfer/innen sind unterwegs und bitten um Spenden.
Haussammler/innen
„Am Anfang besuche ich jene Menschen, bei denen ich weiß, dass ich gerne gesehen bin. Das freut mich und hebt meine Motivation, weiterzumachen.“ Hilde Kagerer, Rohrbach.
„Das Sammeln macht mich dankbarer in vielen Dingen, die für uns selbstverständlich sind, zum Beispiel eine geheizte Wohnung, warmes Essen usw.“ Karl Raffetseder (37),Steinbach an der Steyr
„Ich versuche, anderen Menschen Freude zu bereiten. Hausammeln heißt für mich, mit den Leuten in Kontakt zu sein. Ich freue mich jedes Jahr darauf.“ Alois Kaar (66), Schönering
„Es ist mir ein Anliegen, die Caritas-Projekte zu unterstützen. Durch die Gespräche entsteht ein persönliches Naheverhältnis zwischen Pfarre und Menschen.“ Grete Kubai (65), Schärding
„Ich gehe für Menschen in Not sammeln, die selber nicht um Hilfe bitten können, weil sie Angst haben, abgewiesen zu werden. Christ-Sein zeigt sich für mich im Handeln.“ Georg Kamptner (52), Garsten
„ Ich möchte mich für sozial Schwächere und Einrichtungen, die für diese Personen da sind, einsetzen. Mir ist wichtig, dass die gesammelten Mittel in Oberösterreich bleiben.“ Johann Aichberger (62), Braunau-St. Franziskus