Er ist einer der bekanntesten, aber auch umstrittensten Journalisten Italiens. In der Osternacht ließ sich der bisherige Moslem Magdi Allam von Papst Benedikt taufen.
Der Petersdom war bereits zur Auferstehungsfeier gefüllt, als der vatikanische Pressesprecher bekannt gab, dass sich unter den sieben Erwachsenen, die Papst Benedikt in der Osternacht taufen wird, auch der bekannte italienische Journalist ägyptischer Herkunft Magdi Allam (55) befindet. Selbst gemäßigte Vertreter des Islam wie die 138 Absender des Dialog-Briefes sehen in der Taufe eines so bekannten Muslimen durch den Papst eine „Provokation“, die „aus einem intimen Akt des Glaubens ein triumphalistisches Instrument“ gemacht habe.
Scharfe Kritik. Während der Vatikan abwiegelt, dürfte Magdi Cristiano Allam in seinem so prominent vollzogenen Übertritt zum christlichen Glauben sehr wohl eine Provokation sehen, aber eine des Westens. Seit Jahren fordert er ihn heraus, gegenüber dem Islam mehr Courage für die eigenen Werte und mehr Solidarität mit den verfolgten Christen zu zeigen. Magdi Allam ist in Kairo aufgewachsen und besuchte dort als Muslime mehrere katholische Schulen. Wegen des repressiven Klimas ging er nach Italien, studierte Soziologie und begann als Journalist zu arbeiten. Seit 2003 ist der eingebürgerte Ägypter Vizechefredakteur der größten Zeitung Italiens, des „Corriere della Sera“. Wegen seiner scharfen Kritik am islamistischen Terror steht er seit fünf Jahren unter Polizeischutz. Sein Buch über die „besiegte Furcht“ ist ein Bestseller. Seine heftigen Attacken gegen die islamistische Infiltration vieler muslimischer Gemeinden in Westeuropa und seine Kritik an der „Moscheenflut“ sind nicht unumstritten.
Magdi Cristiano Allam: „Mit der Taufe habe ich eine radikale und endgültige Wende in meinem Leben vollzogen. Ich fühle mich befreit vom Schatten einer Predigt, in der Hass und Intoleranz gegenüber dem ,Anderen‘ Vorrang haben vor der Liebe und dem Respekt vor dem Nächsten.“