Über 400.000 Muslime leben in Österreich. Wie für alle anderen Bewohner des Landes gilt auch für sie das Menschenrecht auf freie Religionsausübung – auch dann, wenn von vielen islamischen Ländern den Christen dieses Recht verweigert wird. Deshalb kann die Frage, ob bei uns Moscheen und Minarette errichtet werden dürfen, nicht davon abhängig gemacht werden, wie Christen in islamischen Ländern behandelt werden. Was man aber einfordern kann und muss, ist das Bekenntnis der islamischen Glaubensgemeinschaft und ihrer Vertreter in Österreich zu den Menschenrechten und den demokratischen Grundwerten. Ihr beharrliches Schweigen zu den Christenmorden im Irak, in der Türkei oder in Pakistan ist daher nur schwer zu ertragen.
Hans Baumgartner
Tibet und die Olympischen Spiele
Unter großen Sicherheitsvorkehrungen ist am 31. März in Peking die Übergabe des olympischen Feuers durch den chinesischen Präsidenten Hu Jintao über die Bühne gegangen. Antichinesische Proteste für Tibet sollten somit verhindert werden. Weltweit demonstrieren seit Beginn der Tibet-Krise am 10. März Zehntausende Menschen gegen die chinesische Herrschaft und für ein Ende von Unterdrückung und Gewalt. China sollte endlich einen Dialog darüber beginnen. Es wäre ein erster Schritt in Richtung Einhaltung der Menschenrechte und ein wichtiger Schritt, um den olympischen Gedanken der Völkerverständigung, der Fairness, des gegenseitigen Respekts und der friedlichen Verbundenheit der Kontinente zum Tragen zu bringen.