Erinnerungsfotos helfen, ins Gespräch zu kommen, Teil 2.
Ausgabe: 2008/14, Kinder, Erstkommunion, Scheidung, Eltern, Familie
02.04.2008
- Josef Wallner; Elisabeth Leitner;
Es mag noch sovergilbt sein: ein Erinnerungsfoto der Eltern oder Großeltern hilft mit dem Kind über die Erstkommunion ins Gespräch zu kommen.
Reden – damit es ein Fest wird
Erstkommunion für Familien nach einer Scheidung und für Alleinerziehende
Kinder bereiten sich Monate auf die Erstkommunion vor. Schließlich soll es ein Festtag werden. Wie Eltern ihren Kindern dabei helfen können.
Ein Weg für Eltern mit ihrem Kind über die Erstkommunion in das Gespräch zu kommen besteht im Erzählen vom eigenen Fest. Dazu kann man alte Fotos hervorkramen und man wird nicht lange nachdenken müssen, bis Erinnerungen wieder wach werden. Da fallen der Haarschnitt und die Kleidung ins Auge. Was vor Jahrzehnten Mode war, entlockt den Kindern oft nur ein ungläubiges Lächeln. Über das Äußere gelangt man ohne lange Umwege zu inhaltlichen Fragen. Wie unterscheidet sich die Vorbereitung damals von heute: gab es schon Tischmütter? Oder wie hat der Pfarrer oder die Religionslehrerin erklärt, dass Jesus im Zeichen des Brotes, in dieser kleinen Hostie, gegenwärtig ist? Welche Gebete - zum Beispiel welches Dankgebet nach der Kommunion hat man gelernt? Und was beten die Eltern heute zur Danksagung? Ein einfaches Foto ist ein guter Ausgangspunkt, um mit dem Kind wichtige spirituelle Teile der Erstkommunion ohne Krampf besprechen zu können.
Erstkommunion und Scheidung. Eine besondere Sorgfalt braucht die Vorbereitung der Erstkommunion, wenn die Eltern geschieden sind oder ein Elternteil alleinerziehend ist. „Die Kinder möchten das Fest gern mit beiden Eltern feiern. Überlegen Sie, wie oder ob Sie diesem Bedürfnis gerecht werden können“, heißt es in dem neuen Folder „Erstkommunion in ‘neuen Familienformen’“. Entscheidend ist, die Ängste und Sorgen des Kindes zu hören und zu berücksichtigen. Alle Beteiligten sollen sich auf das Fest einstellen können.
- Erstkommunion in „neuen Familienformen“ wurde von Beziehung leben.at (Abteilung Ehe und Familie des Pastoralamtes) und der Katholische Jungschar erstellt. www.beziehungleben.at
Die Zeit der Erstkommunion-Vorbereitung finden die Kinder in Pasching spannend und lustig, erzählen Paul, Lisa, Anna und Alexander (v. l. n. r.).
Spannendes Ereignis: die Erstkommunion
Im Religionsunterricht und in den Erstkommunion-Gruppen werden die Kinder auf dieses Fest vorbereitet: Brot backen, miteinander beten und singen, über Gott und Jesus reden und Spaß haben gehört dazu. Die KirchenZeitung hat eine Klasse besucht.
Die Vorfreude auf den Erstkommuniontag ist bereits groß bei den Kindern der 2. Klasse der Volksschule in Pasching. Das Besondere dieses Tages bringt Anna Grillmair (acht Jahre) so auf den Punkt: „Da sind wir alle in der Kirche beieinander und bekommen das Brot des Lebens. Da richten wir uns ganz schön ‘zam. Wir singen Lieder und nachher krieg ich ein Schnitzerl“ – das hat sie mit ihrer Mama schon ausgemacht. Wenn sie den Sonntagsgottesdienst besucht, dann denkt sie an die „guten Momente ihres Lebens“, sagt sie wörtlich. Paul Reisinger freut sich, dass er nach der Erstkommunion „mehr dazugehört als vorher“ und meint: „Bei der Erstkommunion geht es um das Miteinander-Essen und -Teilen. Es ist wie beim Letzten Abendmahl.“ Lisa Silber gestaltet für die Erstkommunion-Feier Billetts. „Die Erstkommunion ist was Wichtiges. Und wenn der Pfarrer das erste Mal das Brot des Lebens für uns auseinander bricht, ... da bin ich schon voll aufgeregt“, erzählt sie. Für Alexander sind die Gebete, die er jetzt gelernt hat, eher neu, aber wichtig: „Durch Gebete hab ich das Gefühl, dass ich nicht alleine bin. Das hilft mir.“ Auf den Gottesdienst bei der Feier ist er schon gespannt und meint dazu in weiser Voraussicht: „Der wird sicher länger dauern“.