Ausgabe: 2008/14, Indie, Wunder, Rauscher, CD, Tipp
02.04.2008
- K. Rauscher
Drew, Sänger der Broken Social Scene, hat mit seinem Solo-Album „Spirit If …“ ein kleines Indie-Wunder geschaffen, ein Album, das am Ende des letzten Jahres in der Musikpresse völlig zu Unrecht unerwähnt blieb, ja fast untergegangen ist. „Farwell To The Pressure Kids“ ist geprägt durch ein metallisches Lärmen, sodass man sich mitten in einer Stahlfabrik wähnt. Das Süßholz raspelnde „TBTF“ schlägt bereits herrlich zarte Töne an; die verrucht eindeutigen Hintergrundgeräusche, die als Bridge dienen, wollen wir dabei geflissentlich überhören. „F--Ked-Up Kid“ gestaltet sich dann als musikalisches Roadmovie in die Unendlichkeit. Und spätestens bei „Safety Bricks“, von Akustik-Gitarre und einem Synthie-Klangteppich getragen, geht’s dann ab Richtung Glückseligkeit. Nach dem Elektro-Mantra „Big Love” lässt Drew dann endlich die sprichwörtliche Sau raus und rockt in „Backed Out On The …“, was das Zeug hält, während wir den Lautstärkenregler bis zum Anschlag hochdrehen, um headbangend durch die Wohnung zu hüpfen. Und gegen Ende der Platte dann die Läuterung und das Flehen: „Its still life / and I can celebrate / and such a mouth / please dont scratch me out”, um zu guter Letzt die Kumpels von der Broken Social Scene noch mal ums Lagerfeuer zu versammeln und ein fröhliches „When It Begins“ auf der Akustischen zu schraddeln.
- Kevin Drew – Spirit If … (erschienen bei Lost Highway)