Halb volle Getreidesäcke, leere Ställe und Marienbilder, in zierliche Rahmen gefasst, sind Teil des Projekts „Land_sterben“ von Gerlinde Miesenböck. Ihre Arbeiten sind jetzt an der Kath.-Theol. Privatuni in Linz zu sehen.
Die Künstlerin Gerlinde Miesenböck arbeitet seit 2003 an einer dreiteiligen Foto- und Filmserie zum Thema „Land- und Bauernsterben“ (die KIZ berichtete). Das Projekt hat autobiografische Wurzeln: Miesenböck stammt selbst von einem Mühlviertler Erbhof, der seit dem Jahr 2002 nicht mehr bewirtschaftet wird. Heute lebt und arbeitet sie als Künstlerin in Linz. Spuren des bäuerlichen Lebens fängt sie mit ihrer Kamera in leer stehenden Ställen und Arbeitsräumen ein. Im alten Trakt des Bauernhofs erzählen Marienbilder und Weihwasserbecken von der Religiosität der Großeltern. Auch die Bewohner/innen des Bauernhofs sind teilweise abgebildet: „Die Dargestellten stehen stellvertretend für eine ganze Generation, weshalb sie meist gesichtslos oder beschnitten fotografiert werden“, sagt die Künstlerin. Für das Projekt „Land_sterben“ hat sie zahlreiche Preise erhalten. Am 7. Mai ist Gerlinde Miesenböck Gast beim Kunstgespräch mit Martin Hochleitner, Leiter der OÖ. Landesgalerie, und Johanna Schwanberg von der KTU Linz.