Sozialminister Erwin Buchinger hat bereits vergangenen Sommer die Idee vom „Papamonat“ ins Spiel gebracht, um frisch gebackene Väter von Beginn an in die Kindererziehung aktiv einzubinden. Nach Buchingers Vorschlag soll der Papamonat beim Kind vier bis acht Wochen dauern und eine Abgeltung in der Höhe von 400 bis 800 Euro sowie einen Kündigungsschutz umfassen. Als Reaktion von Familienministerin Andrea Kdolsky gab es keine wirklichen Gegenargumente oder alternative Ideen, sondern ein kurzes „kein Bedarf“. Dann kam letzte Woche nach über einem halben Jahr „Bedenkzeit“ der ÖVP-Gegenvorschlag: Väter dürfen sich nach der Geburt ihres Kindes „normalen“ Urlaub nehmen, auch wenn der Arbeitgeber dagegen ist. Dieser Vorschlag entspricht einer veralteten Vorstellung von Familie, wo Männer von vornherein auf ihre Rolle als Ernährer reduziert werden. Wenn Väter ihren Erholungsurlaub „opfern“ müssen (was viele ja gerne machen), sind die zeitlichen Möglichkeiten, die ersten Wochen bei Kind und Mutter zu bleiben, naturgemäß sehr beschränkt. Mehr als zwei Wochen ist wohl kaum für jemanden drinnen. Durch einen Papamonat könnten Männer hingegen besser und ohne Hürden in ihre Vaterrolle hineinwachsen. Dafür muss eine reiche Gesellschaft wie Österreich Geld haben. Gerade in einem Land, das sich eine der niedrigsten Vermögenssteuern in ganz Europa leistet, kann Geldmangel kein Argument gegen den Papamonat sein. Wofür die Politik Geld ausgibt oder es einspart, zeigt ihre Wertigkeiten. In diesem Fall: Es fehlt der Wille zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen. – Und die Geburtenrate sinkt weiter.