Am 24. Februar wurde die Generaloberin der Franziskanerinnen Vöcklabruck, Sr. Dr. Kunigunde Fürst (64), zur Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs gewählt. (Siehe auch Interview).
Gemeinsam mit sieben Geschwistern ist Kunigunde Fürst auf einem kleinen Bauernhof in Ried in die Riedmark aufgewachsen. Das Mühlviertel gehörte damals zur russischen Besatzungszone, die Lebensverhältnisse waren bescheiden; vielleicht ein Grund, warum sich Sr. Kunigunde bis heute Menschen in schwierigen Lebenssituationen, Armen und Ausgegrenzten besonders verbunden und verpflichtet fühlt. Religiös, sagt sie, sei sie stark von ihrem Vater mit seiner natürlichen, auch kritisch hinterfragenden Gläubigkeit geprägt worden. Mit zehn Jahren erlebte sie den Unfalltod ihrer jüngeren Schwester. „Das hat mich sehr mitgenommen. Das hatte aber auch zur Folge, dass mich meine Mutter in ihrer Verwirrung in der Hauptschule in die Russischklasse eingeschrieben hat. Als ich dann Lehrerin werden wollte, hieß es, das geht ohne Englisch nicht.“ Und so kam Fürst durch eine urlaubende Schwester mit den Vöcklabrucker Franziskanerinnen in Kontakt. Sie arbeitete dann in deren Kindergarten in Linz und erhielt Englischunterricht. Nach der Matura an der LPA Vöcklabruck trat Fürst 1964 ins Noviziat der Franziskanerinnen ein, studierte in Salzburg Mathematik und Theologie und unterrichtete ab 1972 am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium der Schwestern in Wels. 1986 wurde sie Direktorin. 1994 wählten sie die Mitschwestern zur Generaloberin. 2004 wurde sie Delegierte der österreichischen Ordensfrauen bei der Weltunion der Oberinnen. „Eine ganz wichtige Erfahrung, die mir sehr geholfen hat, über unsere Sorgen mit Zuversicht hinauszublicken.“
Sr. Kunigunde Dr. Fürst: „Mein Ordensleben verlief nicht ohne Krisen und Durststrecken. Aber ich hatte in meiner Gemeinschaft immer Schwestern, die mich mitgetragen und ausgehalten haben. Und ich fand immer wieder gute geistliche Begleiter auf meinem Weg.“