Als gewählter Delegierter der österreichischen Jesuiten ging er im Jänner zur 35. Generalkongregation des Ordens nach Rom, als designierter Provinzial kam er im März zurück – P. Gernot Wisser.
Am 31. Juli, dem Fest des Ordensgründers Ignatius, wird P. Gernot Wisser die Leitung der österreichischen Jesuitenprovinz übernehmen. In die Wiege gelegt wurde ihm dieser Weg nicht. 1956 in Mondsee geborene ist Wisser ziemlich religions- und kirchenferne in Wien aufgewachsen. Erst mit 29 Jahren ließ er sich firmen. Nach seinem Architekturstudium arbeitete er von 1980 bis 1986 beim Amt der Niederösterreichischen Landesregierung. „Irgendwann begann mich die Frage zu beschäftigen, ob das, was ich tue und wie ich lebe, alles ist. Und in meinem Kopf tauchte die Idee auf, Priester zu werden, obwohl ich gar nicht wusste, was das eigentlich ist.“ Nachdem diese Fragen nicht lockerließen, sei er ihnen nachgegangen und „es wurde mir klar, du musst dich entscheiden.“
1986 trat Wisser ins Wiener Priesterseminar ein. Er studierte in Wien und ab 1987 in Rom Philosophie und Theologie. Nach der Priesterweihe 1991 wurde ihm klar, dass „ich wohl besser in einen Orden passe“. Er trat bei den Jesuiten, die er von Germanicum und Gregoriana in Rom kannte, ein. Nach dem Noviziat in Innsbruck arbeitete er als Kaplan in Wien/Lainz und als Redakteur der Zeitschrift „entschluss“. Von 1994 bis 1999 leitete er den Umbau des Kardinal-König-Hauses, war Studenten- und Akademikerseelsorger und ab 2000 Superior der Jesuiten in Wien I. 2004 arbeitete er für ein halbes Jahr an einem Aids-Spital in Südafrika und übernahm im Herbst die Leitung des Kardinal-König-Hauses, dem Bildungszentrum der Jesuiten und der Caritas.
P. Dr. Gernot Wisser SJ: „Wirklich erklären, warum ich Priester und Ordensmann wurde, kann ich nicht. Natürlich gibt es im Leben Erfahrungen, die zum Nachdenken anregen, letztlich aber ist es Berufung – und man soll ja auch dem Hl. Geist seine Geheimnisse lassen.“