Militärkurat Stefan Gugerel war zwei Wochen im Tschad. Die Professionalität des Einsatzes und die Kontakte zur einheimischen Kirche haben ihn tief beeindruckt.
Auf 50 bis 55 Grad klettert in der Mittagszeit das Thermometer in der Wüstenstadt Abéché, wo die europäischen Truppen ihr Lager aufgebaut haben. 70.000 Einwohner zählt die Stadt, die keinen Meter asphaltierter Straße und keine Tankstelle aufzuweisen hat – dafür aber ein funktionierendes Handynetz. Fast 90 Prozent der Bewohner sind Muslime, der Rest Christen. Mit der katholischen Gemeinde haben Militärseelsorger Stefan Gugerel, der evangelische Militärsuperintendent Oskar Sakrausky und fünfzig Soldaten Gottesdienst gefeiert. Trotz der vier Stunden Dauer war es für alle ein Erlebnis. Da wegen der unterschiedlichen Dialekte unter den Einheimischen Französisch und vier weitere lokale Sprachen verwendet werden, war auch Deutsch als zusätzliche Sprache kein Problem, erklärt Gugerel: „Die Messfeier war eine gute Gelegenheit mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Beim Friedensgruß hat man richtig gespürt, dass der Glaube alle nationalen Grenzen sprengt.“ Eindruck hinterließ bei ihm auch die Selbstverständlichkeit, mit der die Menschen ihre Freude am Glauben zeigen.
Respekt und Ansehen. Die europäischen Soldaten genießen in der Bevölkerung Respekt und Ansehen, so die Erfahrung des Militärpfarrers: denn ihre Anwesenheit garantiert Sicherheit in der Region und kurbelt auch die lokale Wirtschaft an. Obwohl die Mission noch im Aufbau ist, führen die Soldaten schon ihren Auftrag aus: sie fahren Patrouille und sichern die Routen, auf denen Hilfsorganisationen wie das UN-Flüchtlingshilfswerk oder das Rote Kreuz Lebensmittel in die Flüchtlingslager bringen. Rund 300.000 Menschen sind aus der sudanesischen Provinz Dafur und der Zentralafrikanischen Republik geflohen, dazu kommen Binnenflüchtlinge aus dem Tschad selbst. Als Militärpfarrer ist Stefan Gugerel stolz, mit welcher Professionalität und Kreativität seine österreichischen Kameraden die Probleme und Herausforderungen vor Ort meistern.