Die mit Gewalt vertriebenen brasilianischen Kleinbauern-Familien kehrten am 3. April wieder in ihre Dörfer zurück
Ausgabe: 2008/16, Brasilien, Gewalt gegen Kleinbauer, Gewalt, Kleinbauern, Sei So Frei, Katholische Männerbewegung, Bahia, Vertreibung, Terro, Willkür, Casa Nova
16.04.2008
Die Katholische Männerbewegung Österreichs (KMBÖ) hat heftige Kritik am jüngsten brutalen Vorgehen von Großgrundbesitzern gegen Kleinbauern im brasilianischen Bundesstaat Bahia geübt. Die Familien sind mit Gewalt von ihrer Gemeinschaftsweidefläche vertrieben worden. Neun maskierte und mit Pistolen bewaffnete Männer hätten in Richtung der Leute geschossen, deren Zeltlager in Brand gesetzt und seien handgreiflich gegen Frauen und Kinder geworden. Schließlich seien die Familien der Gewalt gewichen und hätten die Weideflächen verlassen, so die KMBÖ. Wie die Landpastorale der katholischen Kirche in Brasilien (CPT) mitteilte, wurde Ende März in Casa Nova ein richterlicher Entscheid ausgestellt, der allen Kleinbauern das Recht gab, wieder auf ihr Land zurückzukehren, was sie Anfang April auch taten. Das umstrittene Land in der Nähe des Sobradinho-Stausees sichert seit hundert Jahren 300 Familien aus vier Dörfern den Lebensunterhalt. Sie weiden dort 15.000 Ziegen und Schafe, bebauen Äcker und betreuen an die 3000 Bienenstöcke. Laut brasilianischem Verfassungsgesetz von 1988 können Landlose Anspruch auf Flächen erheben, die länger als fünf Jahre nicht bebaut wurden. Die Aktion SEI SO FREI der KMBÖ unterstützt die Kleinbauern beim Kampf gegen Terror und Willkür.