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„A typische Frauenarbeit“

Atypische Arbeiten wie Teilzeitarbeit und geringfügige Beschäftigung rechtlich mehr schützen
Ausgabe: 2008/17, Frauenarbeit, Laptop, Wischmop, Silhavy, Janko
23.04.2008
- Carmen Janko/Elisabeth Zarzer


Erwerbsarbeit ist ein wichtiger Faktor, um Armut zu vermeiden. Aber nicht jede Arbeit bringt genug Geld zum Überleben. Atypische Arbeit ist vorwiegend weiblich und zieht sich quer durch alle Branchen.

Bei einer gemeinsamen Tagung am 19. April in Linz forderten ÖGB-Frauen, Betriebsseelsorge und die Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung OÖ arbeitsrechtliche Absicherung, bezahlten Urlaub, Mindestlöhne bzw. -honorare sowie Kündigungsschutz auch für Freie Dienstnehmer/innen und Neue Selbstständige.

Arbeitsbegriff neu definieren. Was sich ändern muss, damit atypische Arbeit nicht zur Armutsfalle wird, skizzierte die Staatssekretärin im Bundeskanzleramt, Heidrun Silhavy, in ihrem Referat: „Der Begriff Arbeitnehmer/in muss ausgeweitet werden. Wer wirtschaftlich von einem Auftraggeber abhängig ist, muss als Arbeitnehmer/in gelten. Alle Arbeitnehmer/innen müssen in die Pflichtversicherung aufgenommen werden.“ Das sei vor allem im Hinblick auf die explodierende Zahl geringfügig beschäftigter Frauen notwendig. „Im Jahr 1996 waren über 100.000 Frauen geringfügig beschäftigt. Im Jahr 2007 waren es bereits mehr als 170.000“.

Teilzeit-Nachteile. Auch Teilzeitarbeit bringe in vielen Fällen einen Karriereknick. Zwar dürften Teilzeitbeschäftigte gegenüber Vollzeitkräften nicht diskriminiert werden, die Realität zeige aber, dass sie weniger Chancen auf betriebliche Weiterbildung und schlechtere Aufstiegschancen hätten. „Leistbare, flexible Kinderbetreuungsplätze und Arbeitszeiten, die sich auch an den Bedürfnissen der Arbeitnehmer/innen orientieren, würden die Probleme mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie wesentlich entschärfen“, sagte die Landesfrauenvorsitzende des ÖGB, Christine Lengauer.

Frauenarbeit und Männerrolle. Damit für Frauen und Männer eine echte Wahlmöglichkeit bestehe, sei eine grundsätzliche Aufwertung von Frauenarbeit nötig. Dazu müsse sich die Berufstätigkeit von Frauen vom Etikett „Zuverdienst“ lösen. „Frauen- und Männerberufe sollen entsprechend den gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Anforderungen neu und unabhängig von traditionellen Zuschreibungen bewertet werden“, forderte Anna Wall-Strasser, die Leiterin der Betriebsseelsorge Oberösterreich.
Die Gesellschaft – vor allem auch die Arbeitgeber – müssten sich von alten Denkmustern verabschieden. „Auch Männer wollen nicht rund um die Uhr für den Arbeitgeber verfügbar sein. Das Ziel sei, dass beiden Geschlechtern eine gleichberechtigte Teilnahme am Arbeitsleben und am Familienleben ermöglicht wird“, betonte Silhavy.
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