April 2008. Lebensmittel sind teuer geworden. Zu teuer, sagen viele. Die Inflation sei hoch wie noch nie in diesem Jahrtausend. Es drohen Hungersnöte.
April 2008. Österreichs Bauern müssen weitere Einkommenseinbußen hinnehmen, weil der Erzeugerpreis für Schweinefleisch erneut gesunken ist. Gleichzeitig ist Futter deutlich teurer geworden. Dauert die Krise in diesem Bereich an, werden Betriebe aufgeben.
Es wiederholt sich, was in den letzten Jahrzehnten schon oft geschehen ist: Nur große Betriebe können solche Krisen überstehen – sie verlassen diese gewöhnlich gestärkt, weil sie lästige Konkurrenz losgeworden sind. Die wenigen „Großen“ beherrschen die Regeln des Marktes. Konnten sich Konsumenten bisher gerade wegen solcher Konkurrenz an niedrigeren Verbraucherpreisen erfreuen, spüren sie erstmals das Gegenteil: sie zahlen trotzdem, und zwar kräftig. Lebensmittel sind Spekulationsware geworden. Nicht Hunger zu stillen, sondern damit Geld zu verdienen, ist Hauptzweck geworden. Der Hunger der einen hängt mit der Gier der anderen zusammen. Hunger zu stillen wäre ein christliches Hauptgebot.