Europarat für wirkungsvolle Durchsetzung des „Rechtes auf Abtreibung“
Ausgabe: 2008/17, Rückschlag, Lebensschutz, Recht auf Abtreibung, Europarat, Resolution, Ungeborene
23.04.2008
Der Europarat hat vergangenen Mittwoch mit großer Mehrheit einer Resolution zugestimmt, mit der „die wirksame Ausübung des Rechtes von Frauen auf Abtreibung garantiert und Einschränkungen abgebaut“ werden sollen.
Die Abtreibung dürfe kein Mittel der Familienplanung sein, betonte die österreichische SP-Abgeordnete vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Gleichzeitig aber rief sie die Vertreter der 47 Mitgliedsländer auf, dem unter ihrer Leitung erarbeiteten Bericht des Ausschusses für Gleichberechtigung von Männern und Frauen zuzustimmen. Er fordert, den „Zugang zu sicherer und legaler Abtreibung“ als „Recht der Frauen“ in allen Mitgliedsländern sicherzustellen. Nach einer zweistündigen Debatte, in der alle Abänderungsanträge, die für einen besseren Lebensschutz eintraten, abgelehnt worden waren, stimmten 102 Abgeordnete für den vorgelegten Bericht, 69 stimmten dagegen, 14 enthielten sich der Stimme. In der Diskussion prallten unterschiedliche Weltanschauungen und Menschenbilder hart aufeinander. Vor allem christlich motivierte Abgeordnete aus verschiedenen politischen Lagern kritisierten, dass in dem Bericht das Lebensrecht un-geborener Kinder völlig ausgeblendet werde. Sie verwiesen auch darauf, dass der Bericht zwar für finanziell leistbare Abtreibungen und Verhütungsmittel eintrete, während jeder Hinweis auf eine wünschenswerte Unterstützung von Schwangeren in Notlagen fehle.
Krankmachend. Nur wenige Tage vor dem Europaratsbeschluss hat das britische „Royal College of Psychiatrists“ in einer öffentlichen Erklärung vor den psychischen Folgen, unter denen Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch leiden, gewarnt. 40 Jahre nach der „Liberalisierung“ der Abtreibung in Großbritannien sei es an der Zeit, die weit verbreitete These, wonach Frauen unter einer Abtreibung weniger leiden als unter einer ungewollten Schwangerschaft, in Frage zu stellen. Mehrere Studien kommen zu dem Schluss, dass eine Abtreibung – vor allem bei jungen Frauen – das Risiko für psychische Erkrankungen erhöhe. Das Royal College fordert, die Frauen darüber entsprechend aufzuklären.