Angesichts der momentanen internationalen Lebensmittelkrise forderte Caritas-Präsident Franz Küberl ein wirksames Gegensteuern der Politik. In 37 Staaten der Welt drohe der Hunger „zu explodieren“, so Küberl. Er „verstehe nicht, warum in der Politik in Österreich, in der EU und weltweit nicht längst alle Alarmglocken schrillen“. Die derzeitige Situation, in der sich Menschen in vielen Teilen der Welt nicht das zum Überleben Notwendigste leisten könnten, mache alle Entwicklungspläne und Millenniums-Ziele „obsolet“. Der Hunger in der Welt gehe auch Österreich an. „Wir sind Teil dieser Welt, und es ist unsere Aufgabe mitzuhelfen, dass in anderen Teilen der Welt die Lebensbedingungen erträglicher werden“, sagte Küberl. Er fordert Akuthilfe gegen den Hunger und „deutlich mehr Entwicklungshilfe“ in den kommenden Jahren. Es gelte die Augen aufzumachen und „nicht mit dem freien Welthandel zuzupicken“. Dieser habe nur dann seine Berechtigung, wenn alle Menschen zu vernünftigen Preisen zu essen bekämen. Derzeit jedoch herrsche „Wucherei und Spekulation“ rund um Lebensmittel – und den Preis dafür „zahlen die Ärmsten“, so der Caritas-Chef. Der Weltlandwirtschaftsrat habe jüngst festgehalten, dass mit den Ressourcen Wasser und Anbauflächen sorgfältig umgegangen werden muss. Weltweit gelte es vor allem Kleinbauern zu fördern.