Man müsste ihn erreichen können – den Rand des Himmels. So stellt es sich das Kind vor – und ist erstaunt, dass der Horizont, diese Berührungslinie zwischen Himmel und Erde, mit jedem Schritt ein weiteres Stück enteilt. „Es ist ein Kind“, sagen die Erwachsenen, „und es weiß es nicht besser.“ Sie haben es – vernünftigerweise – längst aufgegeben, dem Himmel nachzustreben.Sie trauen nur mehr den Tatsachen und Fakten. Die täuschen nicht.Erwachsene wissen auch, dass der vom Horizont begrenzte physikalische Himmel nichts mit jenem Himmel des Glaubens zu tun hat. Es geht ihnen aber auch mit diesem Himmel nicht anders: unerreichbar scheint er, ferne, entrückt, oft wolkenverhangen von den Nebeln des Zweifels oder bedeutungsblass. Wer weiß, ob man ihm trauen kann. „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“, sagt der Auferstandene, der – wie die Bibel erzählt – in den Himmel Entrückte.
Es gibt ihn, den Ort, an dem Himmel und Erde sich berühren. Nicht in der Ferne ist er zu finden, sondern in der Nähe. Im Heute, im Hier, im Nächsten. Wo die Liebe Gottes hinfällt, dort ist der Himmel. Die Kinder hatten recht. Man kann ihn finden.