Die Abfälle vom Obstbaum- oder Strauchschnitt sind keineswegs tot. Wer im Garten einen Platz dafür findet, wird bald feststellen, dass Totholz sehr bewohnt sein kann.
Viele selten gewordene Insekten brauchen totes Holz, um Nahrung zu finden. Was im Wald inzwischen für die meisten selbstverständlich ist, ist vielen Gartenbesitzer/innen nicht bewusst.
Wildtiere in Siedlungen. Vor allem alte Bäume im Siedlungsgebiet sind Heimat für Tiere, die nahe Wiesen als Nahrungsquelle suchen. Viele davon sind vom Aussterben bedroht: Steinkauz, Zwergohreule, Wiedehopf und Wendehals etwa brüten mit Vorliebe in alten Obstbäumen. Wildbienen nutzen Käferbohrlöcher im Totholz. Blüten als Nahrungsquelle finden sie in Gärten, Parks und Wiesen viel reichhaltiger als im Wald.
Lebensraum für lange. Nicht jeder abgestorbene oder bruchgefährdete Baum muss vollständig entfernt werden. Selbstverständlich muss auf die Sicherheit geachtet werden. Wenn ein Stamm von ein bis drei Meter Höhe stehen bleibt, stellt er kein Risiko mehr dar und ist über Jahre ein wertvoller Lebensraum. Baumhöhlen sollen auf jeden Fall offen bleiben und dürfen nicht ausgeräumt oder ausgebrannt werden.
Sonne zum Verrotten. Für Baumschnitt und die Reste von entfernten Bäumen findet sich bestimmt ein Platz zum Verrotten. Am besten geeignet sind sonnige Stellen im Garten.
Kreativ.Ein toter Baumstamm ist beschnitzt ein Blickfang im Garten. Wo er nicht bearbeitet wird, sollte die Rinde am Stamm bleiben. Die meisten „Erstbewohner“ brauchen sie.
Auch für Menschen nützlich. Stehende Baumstümpfe können auch unbeschnitzt in die Gartengestaltung miteinbezogen werden: zum Beispiel als Aufhängevorrichtung für den Briefkasten, als seitliche Stütze für einen Brennholzstapel oder als Torstange. Ein dicker Stammteil im Garten aufgestellt ist als Tisch oder Sitz ein kostenloses Gartenmöbel.
- Für Waldbesitzer/innen gibt es eine Broschüre zum Thema Totholz: Aktiv für Totholz im Wald. Kostenlos zu beziehen bei den Österreichischen Bundesforsten, Tel. 022 31/600-0, E-Mail: naturraummanagement@bundesforste.at