In einer Lade besitze ich einen Milliarde-Dinar-Schein. Das war einmal ein gewaltiges Vermögen. Doch als der Krieg im ehemaligen Jugoslawien die Inflation in die Höhe trieb, war der Dinar nichts mehr wert – und ein Freund hat den Milliarden-Schein als Souvenir mitgebracht. Geld ist Beziehungssache. Es bezieht seinen Wert nicht aus dem Material, aus dem es besteht. Wenn Kurse schwanken, verweist das auf Beziehungsstörungen. Ein Misstrauen, eine Unverlässlichkeit ist da. Man weiß nicht, woran man ist – und das ist kein mathematisches Problem, sondern die Frage, ob man einander trauen kann. Nicht das Geld, Menschen sind unberechenbar. Wie noch jeder Krieg Leute reicher gemacht hat, wie Firmen und Konzerne durch Kriegsgeschäfte groß geworden sind, so haben auch Finanzkrisen ihre Gewinner. Deshalb ist es so wichtig, dass Völker partnerschaftlich miteinander umgehen, statt sich nur als Gegner zu sehen, und dass nicht jedes Land seine wirtschaftliche Haut in der Abschottung oder in der Konkurrenz zu behaupten versucht. Gerade die „gesunde Konkurrenz“, die jahrelang von den Wirtschaftspropheten gepredigt wurde, hat die Wirtschaft krank gemacht. Gesunde Regeln. Gute Beziehungen. Das ist der verlässlichere Boden für die Zukunft.