In der indischen Hauptstadt New Delhi sowie in mehreren Provinzhauptstädten demonstrierten vergangene Woche Zehntausende Christ/innen und Angehörige anderer religiöser Minderheiten gegen den anhaltenden Terror militanter Hindu-Aktivisten. Erst am Dienstag vergangener Woche wurden im Bezirk Kandhamal im Bundesstaat Orissa trotz erhöher Präsenz der Bundespolizei erneut Kirchen, Klöster und Wohnhäuser von Christen angegriffen. Mehrere Personen wurden getötet, zahlreiche verletzt. Seit August sind nach Angaben der indischen Bischofskonferenz allein im Bezirk Kadhamal 45.000 Häuser von Christen zerstört und Hunderte christliche Einrichtungen vernichtet worden. 24.000 Menschen leben derzeit in Flüchtlingslagern. Erstmals wurde vergangene Woche auch ein Kloster der von Mutter Teresa gegründeten „Missionarinnen der Nächstenliebe“ angegriffen, geplündert und zerstört. Der indische Premierminister Manmohan Singh – ein Anhänger der Sikh-Religion – hat die Angriffe als „Akte nationaler Schande“ bezeichnet. Bischof Sarat Chandra Nayak von Berhampur im Süden von Orissa warf den Drahtziehern des Terrors „faschistische Methoden“ vor. In allen fünf Provinzen, wo es derzeit Übergriffe gebe, regiere die nationalhinduistische Partei BJP, die einen Einheitsstaat ohne religiöse und kulturelle Vielfalt anstrebe, sagte der Bischof.