„Wir stehen hier, weil es uns nicht gleichgültig ist, wenn Menschen neben uns in ständiger Angst leben müssen, ob sie abgeschoben werden.“ – Was das Vokal- und Instrumentalensemble MIRA beim Platzkonzert in Vöcklabruck anlässlich des österreichweiten „Tages des Bleiberechts“ am 10. Oktober so ausdrückte, war das Anliegen aller, die an den landesweiten Kundgebungen teilnahmen und bekräftigten: Es ist genug Platz. Alleine in Oberösterreich versammelten sich etwa tausend Menschen – in Linz und Vöcklabruck. Unter ihnen waren beim Sesselmeer am Linzer Hauptplatz Bischof Dr. Ludwig Schwarz und beim Platzkonzert in Vöcklabruck, Dechant Josef Friedl. Er mahnte: „Wir kennen viele Opfer. Aber wer nennt die Täter beim Namen? Wir werden dereinst gefragt werden: `Ich war fremd und ihr habt mich nicht aufgenommen’.”
Gesetze sind für Menschen da
Auch Bischof Ludwig Schwarz stellt sich auf die Seite gut integrierter Asylwerber/innen
Gemeinsames Eintreten für Bleiberecht: Das Vöcklabrucker Armutsnetzwerk hat am 10. Oktober nach Vöcklabruck eingeladen. In Linz haben verschiedene Flüchtlings-, Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen, unter ihnen auch die Caritas und die Katholische Aktion, zur Kundgebung aufgerufen.
Langjährig hier lebende, gut integrierte Asylwerber/innen sollen bei uns bleiben können und nicht abgeschoben werden. Bischof Ludwig Schwarz, einer der Redner bei der Kundgebung auf dem Linzer Hauptplatz, meinte: „Gesetze sind für die Menschen da und nicht umgekehrt. Man kann nicht einerseits erwarten, dass sich die Menschen integrieren, und sie dann jahrelang warten lassen, damit sie sich wieder verabschieden müssen ... Ich selber bin ein Heimatvertriebener und dankbar dafür, dass ich hier aufgenommen wurde. Ich wünsche mir, dass diese Menschen bald das erlösende Ja – Sie können bleiben – bekommen.“
Sesselmeer. Insgesamt beteiligten sich an den Demonstrationen in Oberösterreich etwa 1000 Menschen. Viele von ihnen nahmen einen eigenen Sessel mit und bildeten zum Zeichen, dass genug Platz ist, ein „Sesselmeer“.