Zum Abschluss ihrer Herbstkonferenz veröffentlichten Österreichs Bischöfe vergangene Woche ein „Wort zur aktuellen Situation in Kirche und Gesellschaft“.
Das von Kardinal Schönborn am vergangenen Freitag vorgestellte „Wort der Bischöfe“ greift das Gedenkjahr 08 ebenso auf wie den Dialog in der Kirche und mit unseren zugewanderten Mitbürgern, aktuelle politische Themen ebenso wie den freien Sonntag und die Solidarität mit den irakischen Christen. Zu Beginn erinnern die Bischöfe an den 70. Jahrestag der Pogromnacht, „als auch in Österreich jüdische Gotteshäuser in Flammen aufgingen, jüdische Menschen gedemütigt, beraubt und getötet wurden. Für die Christen ist dieser Tag ein Anlass zu Beschämung und Trauer, aber auch zum Gebet“, sagen die Bischöfe.
Politik. Das Gedenken an 90 Jahre Republik Österreich verbinden die Bischöfe mit der besorgten Frage, „wie in einer Zeit zunehmender wirtschaftlicher Schwierigkeiten das Gemeinwohl zu wahren ist“. Sie verweisen darauf, dass das Ergebnis der letzten Nationalratswahl auch ein „Ausdruck der Enttäuschung“ über die mangelhafte Zusammenarbeit in der Regierungskoalition war. An anstehenden politischen Problemen nennen sie die Einführung der bedarfsorientierten Mindestsicherung, die Lösung des Pflegeproblems, die Frage der Integration, die anstehende Steuerreform, die Unterstützung der Familien, den Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Armut, die internationale Solidarität und den Umgang mit der Schöpfung. Als beschämend bezeichnen die Bischöfe, dass kirchliche Forderungen im Bereich des Lebensschutzes und der Entwicklungshilfe bisher nicht erfüllt wurden.
Dialog. Zehn Jahre nach dem Dialog für Österreich bedauern die Bischöfe, dass nicht alle Erwartungen erfüllt wurden und Schwächen und Mängel aufgetreten seien. Manche Impulse gingen aber auch weiter, betonen die Bischöfe. Sie rufen dazu auf, die in den kirchlichen Räten vorhandenen Möglichkeiten des Dialogs zu nutzen. Weiters laden sie zum Dialog mit den Zuwanderern ein.